St.-Medardus Pfarrei rückt soziale Frage in den Fokus

LÜDENSCHEID ▪ Armut ist ein Thema der Zeit – auch in Lüdenscheid. Am Freitag und Samstag haben sich die Mitglieder des Pfarrgemeinderates der Pfarrei St.

Medardus zu einer Klausurtagung zudem Thema getroffen und sieben Handlungsempfehlungen erarbeitet. Im Pfarrgemeinderat sitzen Delegierte aus den Gemeinderäten der katholischen Gemeinden der Stadt und die Mitglieder des Pastoralteams der Pfarrei. Da dieses Gremium wenig mit der täglichen Arbeit in den Gemeinden zu tun hat, haben sich die Mitglieder die Aufgabe gestellt, soziale Themen stärker in den Fokus zu rücken. Die Klausurtagung war der Auftakt. In kleinen Gruppen hat das Team sich mit Aspekten des Themas beschäftigt. Dabei ging es um konkrete Hilfen für Betroffene ebenso wie um die strategische Ausrichtung der Pfarrei im Umgang mit Armut.

In Kindergärten sei ein relativ breites Spektrum der Gesellschaft vorzufinden, erklärte das Team zum Abschluss der Tagung. Deshalb sollen alle Gemeinden in ihren Kindergärten nachfragen, wie sich die Armutsfrage dort darstellt, um so ein umfangreiches Bild von der Situation zu erhalten.

Es sollen keine neuen Kreise gegründet werden, um Hilfen anzubieten. Stattdessen sollen Gemeindemitglieder ermuntert werden, sich in bereits bestehenden Hilfsorganisationen wie der Caritas oder der Tafel zu engagieren. Darüber hinaus soll eine Liste mit Namen von Menschen erstellt werden, die Hilfe leisten können, beispielsweise handwerklicher Art bei Umzügen, beim Verfassen von Briefen oder bei Behördengängen. Die Liste soll den entsprechenden Einrichtungen in Lüdenscheid zur Verfügung gestellt werden.

Alle Entscheidungen innerhalb der Pfarrei sollen künftig auf ihre soziale Verträglichkeit überprüft werden. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass für die Regel, einen Bulli nicht für Umzüge zu verleihen, Ausnahmen zulässig sein können. In der Pfarreizeitung „Portal“ soll darüber hinaus eine regelmäßige Sparte zu sozialen Fragen eingeführt werden. Auch in der Verkündigung soll die Armutsfrage einen größeren Stellenwert einnehmen. Zu guter Letzt soll auch auf Pfarreiebene eine ehrenamtliche Pfarrcaritas gegründet werden, die die Arbeit der einzelnen Gruppen in den Gemeinden vernetzt.

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