Spürbare Entspannung auf dem Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit in Lüdenscheid ist gegenüber dem Vorjahr spürbar gesunken.

LÜDENSCHEID ▪ Wer hätte gedacht, dass Reinhard Korte, Geschäftsstellenleiter der Agentur für Arbeit, zu Beginn dieses Jahres für Lüdenscheid einen Rückgang der Arbeitslosigkeit um 775 auf 3310 Frauen und Männer vermelden kann? „Das sind im Vergleich zum Dezember 2009 insgesamt 18,6 Prozent weniger.“ Mit einer spürbaren Entspannung des Arbeitsmarktes startet die Agentur für Arbeit also ins neue Jahr.

Die Zeitarbeit habe aber Hochkonjunktur, was zeige, dass nach dem Krisenjahr 2009 die Kontinuität in vielen Firmen noch nicht wieder da sei. „Die Wirtschaftskrise macht nach wie vor unsicher und die Zukunft für die Unternehmen weniger planbar.“

ie Kurzarbeit habe viele Arbeitsplätze gerettet, ist Korte überzeugt und kann dies an Hand von Zahlen verdeutlichen: Hatten zum Höhepunkt der Krise im Juni 2009 insgesamt 927 Betriebe im Märkischen Kreis Kurzarbeit angemeldet, so waren davon 25 425 von rund 145 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten betroffen. „Dadurch sind 7257 Stellen abgefedert worden, die ohne dieses Instrument weggefallen wären.“ Im Herbst des vergangenen Jahres waren noch 280 Betriebe in Kurzarbeit.

Sorge bereitet dem Experten die demographische Entwicklung, das brach liegende Potenzial älterer Arbeitnehmer mit langjähriger Berufserfahrung und der Bedarf an nachrückenden jungen Fachkräften: „Alle Potenziale müssen genutzt werden“, ist Korte überzeugt, zumal der Bedarf an Fachkräften stetig steige. Insgesamt wurden von der Agentur innerhalb eines Projekts 269 Fachkräfte betreut, von denen aber 91 unversorgt blieben.

Umschulungen bleiben auch in diesem Jahr ein wesentliches Mittel, um Menschen in Arbeit zu bringen. Rund 250 Umschulungsmaßnahmen seien geplant, darunter besonders im verarbeitenden Gewerbe, aber auch im Gesundheits- und Sozialdienst.

„In unserer Region ist nur das Stärken der Stärken möglich“, ist Reinhard Korte überzeugt, „und die Stärken liegen nun einmal in dem verarbeitenden Gewerbe und nicht im Dienstleistungsbereich.“ A und O bleibe bei allen Bemühungen um den Rückgang der Arbeitslosenzahlen eine abgeschlossene Berufsausbildung. Die größte Altersgruppe der 45- bis 49-Jährigen verzeichnet nach der Statistik der Agentur auch die größte Zahl der abgeschlossenen Berufsausbildungen. Eine ähnliche Größenordnung an Ausbildungsabsolventen wachse jedoch nicht nach.

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