Rotary-Projekt: Sprache verbindet Kulturen

Mit Flyern weisen die Rotary-Clubs und Inner Wheel auf das Projekt „Sprache verbindet“ hin.

Lüdenscheid - Es ist ein ernstes Anliegen, das seit fünf Jahren spielerisch vermittelt wird: Seit 2009 gibt es in Lüdenscheid das Rotary-Projekt „Sprache verbindet“. Die Idee dahinter: Sprachscouts helfen vier- bis zehnjährigen Kindern aus Zuwandererfamilien, spielerisch die deutsche Sprache und Kultur zu erlernen.

Um die Finanzierung langfristig zu sichern, haben die Rotarier einen Förderverein gegründet: den Rotary Inner Wheel Gemeindienst. Zum Vorstand gehören Ulrich Möller (RC Lüdenscheid), Vize Peter Dominicus (RC Lüdenscheid-Mark) und Schatzmeisterin Ines Gallenkamp (IWC). Ulrich Möller war es auch, der das Augenmerk der Rotarier in seinem Präsidentenjahr auf die Initiative richtete und damit zugleich seinem Nachfolger im Amt, Prof. Joachim Lorenz, ein Gemeindienstprojekt für dessen Präsidentenjahr 2010 /2011 ans Herz legen konnte.

Als Sprachscouts betätigen sich vor allem Oberstufenschüler, die sich eine Stunde lang mit Spielen, Bilder- und Lesebüchern mit den Kindern beschäftigen. Dafür erhalten sie acht Euro pro Stunde, eine Summe, die sich die Familien und der Rotary-Förderverein teilen. Paten aus den Clubs sind das Bindeglied zwischen den Scouts und den Familien. 156 Kinder hätten so seitdem Deutsch gelernt, 40 Prozent der Schüler seien Türken, so Möller.

„Erfunden“ hatten das Projekt im Jahr 2000 ein Rotarier aus dem Club Iserlohn-Waldstadt. „Geerbt“ für Lüdenscheid hat es der Vorschlagende – Ulrich Möller. „Wenn man den Mund aufmacht, hat man auch den Posten“, stellt der im Nachhinein fest und machte sich, unter gewissen Bedingungen, an die Arbeit: 1. Alle drei Lüdenscheider Rotary-Clubs machen mit. Damit werde vermieden, dass ein Kind abgewiesen wird, weil der „falsche“ Rotary-Club gefragt wurde, einer, „der gerade einen Brunnen in Afghanistan bohrt“.

2. Wenn es nicht gelingt über Benefizveranstaltungen Geld zu generieren, muss die Vereinskasse zur Finanzierung herhalten.

3. Dieses Projekt kann man nicht nur ein Präsidentenjahr machen, weil es lange Zeit dauert, bis es sich auch bei der Zielgruppe herumspricht.

Daher sicherte sich Möller bei vier nominierten künftigen Präsidenten des RC Lüdenscheid ab, ob sie sich vorstellen könnten, das Projekt zu unterstützen. Das Ergebnis: „Erfreulicherweise machen alle drei Rotary Clubs und zusätzlich der Inner Wheel Club Lüdenscheid mit.“ Mit einem eigenen Förderverein ist das Projekt nunmehr langfristig gefestigt. Dieser Förderverein trägt nicht nur die Kosten für das Unterrichtsmaterial, sondern auch für Scout-Schulungen durch spezialisierte Sozialpädagogen dreimal im Jahr. Schließlich, so heißt es, wolle man die Scouts nicht unvorbereitet in fremde Milieus schicken. Insgesamt bringt Rotary dafür rund 9000 Euro im Jahr auf.

Neben didaktischen Fragen („Wie lernen Kinder zwischen 6 und 10 Jahren“) geht es in diesen Schulungen auch darum, dass der Scout auf keinen Fall zu religiösen oder politischen Fragen Stellung nimmt. Tabuthema sind auch Traditionen und Gewohnheiten der Herkunftsländer.

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