Verhandlungen scheitern

Privatisierung geplatzt - was das für die Sportklinik-Mitarbeiter bedeutet

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Die Sportklinik in Hellersen.

Lüdenscheid – Die geplante Umwandlung der Sportklinik Hellersen in eine privatwirtschaftliche gGmbH ist vom Tisch. Die Mitarbeiter wurden per Rundschreiben informiert. So geht es jetzt weiter. 

Sporthilfe NRW und Klinik-Geschäftsführung konnten sich mit Vertretern der Kommunalen Versorgungskassen Westfalen-Lippe (KVW) nicht auf eine Fortführung der Altersversorgung für die Mitarbeiter einigen. Daraufhin zogen die Verhandlungsführer die Reißleine. Im Ergebnis bedeutet das: Der Verein Sporthilfe NRW muss bis auf Weiteres Träger der Sportklinik bleiben. 

Pläne sahen eine gGmbH als Träger vor

Die ursprünglichen Pläne sahen anders aus. Im November 2018 stimmten die Sporthilfe-Mitglieder – Kreissportbünde und Sportfachverbände – für den schrittweisen Rückzug des Vereins aus der Verantwortung in der Sportklinik. 

Sporthilfe-Mitglieder sollten Austritt erklären

Dafür mussten die Mitglieder ihren Austritt erklären. Gleichzeitig sollten Privatpersonen einsteigen. Klinik-Geschäftsführer Dirk Burghaus stand als Mehrheitsgesellschafter bereit. Weitere Partner ebenfalls, sie aber blieben anonym. Die Sporthilfe sollte anschließend aufgelöst werden. 

Notiz von 1968 macht Strich durch die Rechnung

Nur wenige Tage nach dem Beschluss informierten die Kommunalen Versorgungskassen Geschäftsführer Burghaus über eine Sondergenehmigung von 1968, die den Sportklinik-Mitarbeitern Zugang zur umlagefinanzierten KVW-Altersversorgung ermöglichte. 

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Darin ist geregelt, dass dieses Privileg nur so lange gilt, wie die (öffentlichen) Sportbünde und Fachverbände Mitglied in der Sporthilfe sind. Bei einem Ausscheiden – wie es die Privatisierungs-Pläne vorsah – drohte die KVW damals mit Kündigung der Altersversorgung und einer Ausgleichsforderung in zweistelliger Millionenhöhe. 

Verhandlungen mit der KVW scheiterten

Auch in den folgenden Verhandlungen gab es keine Annäherung. „Obwohl die Sporthilfe NRW nicht aus der KVW ausscheiden wollte und will, ließ sich zu diesem Problem trotz größter Bemühungen aller Beteiligten auf dem Verhandlungsweg keine Einigung erzielen“, heißt es in einem Schreiben des Sporthilfe-Präsidiums an die Sportklinik-Mitarbeiter vom Mai. 

Sportklinik soll nicht verkauft werden

Lediglich ein Verkauf an einen anderen öffentlichen Träger mit Mitgliedschaft in der KVW hätte laut Präsidium das Problem lösen können. „Dies sehen aktuell aber weder wir noch Herr Burghaus als Option an“, heißt es weiter. 

Sporthilfe NRW bleibt in Verantwortung

In der nächsten Mitgliederversammlung der Sporthilfe NRW Anfang Juli in Duisburg wird das Präsidium den Mitglieder nun vorschlagen, „die Klinik vorerst weiter in Trägerschaft der Sporthilfe NRW zu führen“. Die ursprünglich favorisierte Auflösung der Sporthilfe ist damit ebenfalls vom Tisch. 

OP-Neubau soll rasch fertiggestellt werden

Stimmen die Mitglieder in der Sitzung zu, sollen Geschäftsführung und Sporthilfe die weitere Sanierung der Sportklinik vorantreiben. Der Fokus liegt dann auch auf der raschen Fertigstellung des OP-Neubaus.

Klinik will eigenständig bleiben 

 „Den Ausschlag für den jetzt eingeschlagenen Weg hat gegeben, dass wir unser Versprechen Ihnen gegenüber einhalten wollen, die Eigenständigkeit der Klinik zu wahren und dass wir von der Klinik und ihren Mitarbeiter/-innen überzeugt sind“, heißt es in dem Schreiben an die rund 350 Mitarbeiter.

Nun müsse man gemeinsam hart daran arbeiten, die Klinik so zu entwickeln, dass sie sich selbst tragen kann. Dieses Ziel sei noch nicht erreicht.

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