Spielplatz Silvester als Massenabschuss-Rampe missbraucht - Nachbarn wütend

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Im Zuge der regulären Straßenreinigung fegen STL-Mitarbeiter auch Böllerreste zusammen. Zunächst ist aber jeder selbst für die Reste auf seinem Gehweg verantwortlich.

Lüdenscheid - Die ganze Pracht am Himmel, der ganze Dreck am Boden: Die Überreste des Silvesterfeuerwerks verärgern vor allem die, die ihre Gehwege ordnungsgemäß sauberhalten. 

Am Morgen danach sieht man, was von der Silvesternacht bleibt: Leere Flaschen in der Gosse, sperrige Pappkartons mit leeren Abschusshülsen, massenweise Pappe und Papierreste, Plastikverpackungen für Raketen und vieles mehr.

Nun könnte man mit der Straßenreinigungssatzung argumentieren, man könnte die Sache aber auch mit dem gesunden Menschenverstand angehen – und den Böllermüll, den man verursacht hat, selbst wegfegen.

„Wir können deshalb keine Sonderschichten einlegen“, sagt STL-Werksleiter Heino Lange. Am Tag nach Neujahr habe man wegen der Glätte einen vollen Winterdiensteinsatz gehabt. „Das macht’s schon eng.“

Im Rahmen der normalen Straßenreinigung werde natürlich auch Böllermüll mit beseitigt. Aber grundsätzlich gelte: „Ich muss meinen Dreck selber wegmachen.“ So wie der Trupp, der Neujahr mit Sack und Pack zum Böller-Abschussplatz auf der Rosmarter Anhöhe zog und dort die Überbleibsel zusammenfegte.

Dass ein Spielplatz in der Nachbarschaft als Massen-Abschussrampe missbraucht worden ist, brachte hingegen einen Anwohner im Wermecker Grund auf die Palme: „Wenn man schon für eine weggeworfene Zigarettenkippe 100 Euro Strafe zahlen muss, was kostet dann sowas?“ fragt er.

Für Heino Lange sind tagelang liegende Böllerreste auch ein Fall für die Müllstreife. Wenn sich am Montag wieder der normale Rhythmus einpendele, dann dürfte die an der ein oder anderen Haustür klingeln, vermutet er: „Batterien werden nicht in der Gegend herumgetragen, die stehen da, wo sie abgebrannt wurden.“

Wer die Reste zusammenfegt, kann sie übrigens getrost, wenn’s nur Pappe ist, in die Papiertonne packen. Sondermüll sei es nicht, sagt Lange: „Die Sprengladungen sind im Nirwana.“

Für die STL-Mitarbeiter, die gestern routinemäßig mit Kehrwagen, Kneifer, Laubbläser und Sammelkorb in der Oberstadt unterwegs waren, war es jedenfalls viel Kleinarbeit, aus Ecken, Rinnsteinen, Baumbeeten und Pflasterfugen die Reste der feucht-fröhlichen Silvesternacht zusammenzufegen. Steven Crumme, „Pepe“ Latifaj, Engelbert Stuber, Kehrmaschinenfahrer „Manni“ Kindel und Kollegen hatten alle Hände voll zu tun mit dem Aufräumen: „An einigen Ecken ist es schon viel.“

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