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Spezialtransport liefert tonnenschwere Kunst in den MK

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Von: Jutta Rudewig

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Platz Ansgar Nierhoff Galerie Lüdenscheid
Das Kunstwerk „Platz“ besteht aus zwei tonnenschweren Stelen und eine Stahlkugel. © Jutta Rudewig

Das Gras ist frisch gemäht, die Wege sauber und befestigt – einem entspannten Rundgang durch den Skulpturengarten der städtischen Galerie spricht nichts entgegen. Am frühen Samstagabend ab 18 Uhr ist das mit einem ganz besonderen Sahnehäubchen möglich: Die Kunststiftung Lüdenscheid konnte durch eine großzügige Zuwendung der Sammlung Otterstedde aus Frankfurt am Main drei monumentale, für den freien Raum bestimmte Skulpturen von Ansgar Nierhoff und Nikolaus Gerhart erwerben und der Städtischen Galerie Lüdenscheid für die Öffentlichkeit übergeben. Damit wächst der kulturträchtige Park um weitere sehenswerte Exponate.

Lüdenscheid – Dabei war der Transport Kunstwerke alles andere als einfach. Eine Firma, die sich auf den Transport im künstlerischen Bereich spezialisiert hat, musste gefunden werden, um die tonnenschweren Exponate nach Lüdenscheid zu bringen.

1991 schuf der Künstler Ansgar Nierhoff, in Lüdenscheid bestens bekannt durch die Edelstahl-Würfel „Volumina“ im Kulturhausgarten, sein Kunstwerk „Platz“, eine Auftragsarbeit, die aus zwei Stelen und einer Kugel besteht. „Das Kunstwerk stand in einer privaten Parkanlage in Münster“, weiß Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen, „die Leute sind dann nach Frankfurt gezogen und haben den ,Platz’ mitgenommen. Zu den drei neuen Skulpturen gehören auch die Nierhoff-Arbeit ,Block’ und ein Granit von Nikolaus Gerhart.“ Alle drei Skulpturen wurden von der Sammlung Otterstedt nun an Lüdenscheid übergeben – „für Lüdenscheid ist das eine echte Bereicherung“.

Mitten im tiefsten Corona-Winter wurden die Kunstwerke angeliefert. Das Gewicht machte den Transporteuren zu schaffen, mussten „Block“ (Schmiedestahl, 1987) und „Platz“, eine Platte aus Cortenstahl, frei geformte Schmiedestahlobjekte mit einer Höhe von 3,70 Metern sowie eine dazugehörige Kugel, doch erst einmal gelagert werden.

Das Problem: Unter weiten Teilen des Skulpturengartens liegt die Parkgarage des Geschichtsmuseums, statische Schwierigkeiten waren also vorprogrammiert. Und auch über den Gerhart-Granit wurde diskutiert. Ursprünglich soll dieser in dem benachbarten Kulturhausgarten seinen Platz finden. „Durch den geplanten Umbau des Kulturhausgartens wurde aber davon abgesehen. Der Granit steht jetzt am alten Amtsgericht. Der braucht Architektur um sich, um zu wirken“, empfiehlt die Galerieleiterin allen Kunstbeflissenen einen Spaziergang zum alten Amtsgericht.

Ansgar Nierhoff Galerie Lüdenscheid
Im tiefsten Winter wurden die Kunstwerke angeliefert und installiert. © Galerie der Stadt Lüdenscheid

Die Gerhart-Skulpturen finden sich deutschlandweit im öffentlichen Raum. Lüdenscheid ist im Besitz von drei weiteren Skulpturen des Bildhauers, war er doch 1978/79 erster Stipendiat für bildende Kunst der Märkischen Kulturkonferenz. Im Skulpturengarten steht bereits die Steinskulptur „Brücke“ (1979), massive Blöcke aus Grauwacke, im Innenraum der Galerie die Arbeit „Gewichte“ (1986) als Dauerleihgabe des Künstlers.

Ziel seiner Arbeit ist, dem Stein durch Aushöhlungen die Schwere zu nehmen. Seine „Komposition mit Keil“ befindet sich nach der Umsiedlung des sieben Tonnen schweren Kolosses im Jahr 2009 unterhalb der Fußgänger-Trasse an der Treppe des Brighouseparks. Nun also auch zwei geöffnete Rundschnitte aus Granit aus dem Jahr 1990 am alten Amtsgericht.

Der Bildhauer wird am Samstagabend zur offiziellen Übergabe der Kunstwerke an die Öffentlichkeit als Gast an der Sauerfelder Straße erwartet. Das Reden allerdings überlässt er, so sagt es die Einladung, lieber einem, der den einen wie den anderen Künstler bestens kennt: Klaus Crummenerl, Vorsitzender des Vorstandes der Kunststiftung Lüdenscheid.

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