Autofahrer sind genervt

Sperrungen mitten in der Umleitung: Verkehrs-Chaos in Lüdenscheid

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Das Nadelöhr an der Weststraße sorgt für lange Rückstaus. 

Lüdenscheid – Der Verkehr in Lüdenscheid stellt Autofahrer derzeit auf eine harte Geduldsprobe. Auf einer Umleitungsstrecke in der Innenstadt wurden zwei von drei Fahrspuren gesperrt. Autofahrer sind sauer. 

Neben der Tunnelsperrung und den damit verbundenen Umleitungen staut es sich seit Anfang der Woche auch noch auf der Weststraße, die selbst eine Umleitungsstrecke ist. 20 Minuten Wartezeit und mehr in Richtung Sauerfeld sind keine Seltenheit und sorgen bei so manchem Verkehrsteilnehmer für Unverständnis und Ärger. 

Seit Montag ist an der Weststraße nur noch eine statt drei Spuren befahrbar. Linksabbiegen in den Rathaustunnel ist gar nicht mehr möglich. Entsprechend lang ist der Rückstau. Viele Ortsunkundige tappten am Montag und Dienstag in die Falle. 

Die Bauarbeiter wollen Ende der kommenden Woche fertig sein. 

Ortskundige versuchen den Stau über die Jahnstraße zu umfahren und sorgen damit für Ärger bei den Anwohnern und weitere Verkehrsprobleme an der Kölner Straße. Fakt ist: Der Verkehrsraum reicht derzeit selbst außerhalb der Stoßzeiten hinten und vorne nicht aus, um das Fahrzeugaufkommen zu bewältigen.

Grund für das Nadelöhr an einer der am stärksten befahrenen Innenstadt-Kreuzungen ist die Installation einer neuen Ampelanlage an der Weststraße. Dass diese ausgerechnet kurz vor den Sommerferien auf einer Umleitungsstrecke durchgeführt wird, lässt manchen Autofahrer fassungslos zurück.

„Es sagt doch schon der gesunde Menschenverstand, dass man erst etwas zu Ende bringen muss, bevor man etwas Neues beginnt“, schimpft eine Leserin, die anonym bleiben möchte. Die Selbstständige hat wegen des Staus Anfang der Woche mehrere Termine nicht einhalten können. „Es wird die Grenze dessen, was man seinen Bürgern zumuten kann, überschritten.“ 

Die Stadtverwaltung bestätigte auf Anfrage, dass seit Montag mehrere Bürger auf die Situation auf der Weststraße hingewiesen hätten. Auch die Polizei meldete Handlungsbedarf an. Die Stadt führte am Dienstag in Absprache mit der Polizei ein Rechtsfahrgebot auf der Jahnstraße ein, damit der nach links abknickende Schleichweg zur Kölner Straße blockiert ist (siehe Karte).

Die Umleitung über die Westfalenstraße. 

„Wir versuchen, die Situation mit eigenen Mitteln zu entschärfen. Lüdenscheider, die sich auskennen, sollten aber auf andere Strecken ausweichen“, erklärt Stadtsprecherin Marit Schulte. 

Straßen.NRW erneuert an der Kreuzung Weststraße/Kölner Straße und Sauerfelder Straße die Signalanlagen – eine Maßnahme,die zu einem umfassenden Paket mit 28 Ampeln gehört. Am genannten Knotenpunkt sind umfangreiche Tiefbauarbeiten nötig, inklusive der Querung der West- sowie der Sauerfelder Straße. Und das gehe nicht ohne Sperrung eines Fahrstreifens, betont Straßen.NRW. 

Auch der Schleichweg über die Jahnstraße war verstopft. 

„Wir wissen, dass die Situation derzeit nicht zufriedenstellend ist und für große Probleme sorgt, aber wir versuchen, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, sagt Kai Flitsch als zuständiger Mitarbeiter. „Bei einer kompletten Vollsperrung wäre so eine Maßnahme in etwa eineinhalb Tagen erledigt, bei laufendem Verkehr und einer abschnittsweisen Vorgehensweise dauert es entsprechend länger.“ Aber: Bis Ende nächster Woche sollen die aufwendigsten Arbeiten beendet sein.

„Es ist ein Jonglieren der Aufgaben“, erläutert Flitsch weiter. Einige Maßnahmen habe man bewusst in die Ferien gelegt, doch das gelinge nicht immer, da es dann auch bei den Baufirmen zu Engpässen bei den Mitarbeitern kommen kann. 

„Nun versuchen wir Maßnahmen zu bündeln und Synergien zu nutzen – auch wenn es im Augenblick schmerzhaft ist“, bittet er um Verständnis. 

Was am Dienstag deutlich wurde: Die Stadt wurde von der Baustelle selbst überrascht. Die Maßnahme hätte von Straßen.NRW „besser kommuniziert werden können“, merkt Stadtsprecherin Schulte an. Dann hätten sich alle darauf einstellen können. 

Dass die Ampeln allerdings erneuert werden müssen, stehe außer Frage: „Es macht keinen Unterschied, ob die Bauarbeiten jetzt oder in einem halben Jahr durchgeführt werden“, sagt Schulte. Die Probleme würden in beiden Fällen auftreten.

Verkehrschaos am Sauerfeld und an der Weststraße

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