Spendenaufruf für Pakistan durch provokantes Plakat

Provokation am Abend im Rosengarten.

LÜDENSCHEID – „Provokation ja, aber nicht als Karikatur von Menschen, die betroffen sind. Wir hoffen hier heute, dass die Leute den Appell verstehen: Vergesst mal die Religion und werft ein paar Euro in die Sammelbüchse. Die Menschen leiden da unten.“

Klar Stellung bezog am Abend Klaus Cordt, Ortsgruppenführer des THW Lüdenscheid, im hell erleuchteten Rosengarten. Der Kölner Künstler Christian Keinstar hatte dort das Transparent „Lüdenscheid muss untergehen“ mit Hilfe des THW an dessen Lichtmasten neun Meter in die Höhe ziehen und mit 30 000 Watt ausleuchten lassen. Die Performance war Keinstars Beitrag zur NRW-Kunstaktion „Blickwechsel“ – ein Projekt, das im Vorfeld nicht uneingeschränkten Beifall in der Bergstadt fand.

Um die gesamte Aktion nicht als – so Cordt – „Witz auf Kosten der armen Menschen in Pakistan“ aussehen zu lassen, war mit Michael Langer auch ein Vertreter der Aktion „Deutschland hilft“ im Rosengarten und informierte über die Flutkatastrophe. „Die Leute wissen doch gar nicht, wie behütet und sicher sie hier leben. Auch, weil es Organisationen wie das THW gibt. Man kann so einen Spieß ja mal kausal umdrehen: Ohne Katastrophen gäbe es kein THW. Und dann sind die Leute erschrocken, weil man so ein Plakat aufhängt“, erläuterte der Künstler. Die gesamte Aktion war bereits vor der Flutkatastrophe geplant. Danach zog sich das THW zeitweilig aus Respekt zurück. Der augenfällige Spendenaufruf sei, so Cordt, der Kompromiss gewesen. Ein Kompromiss allerdings, der über weite Strecken noch nicht einmal eine Handvoll (inoffizieller) Zuschauer anlockte. Noch viermal wird das Transparent aufgehängt. Wer dem Aufruf des THW folgen und spenden möchte, kann das am 19., 22., 26. oder 29. September in der Sammelbüchse tun oder unter http://www.Aktion-Deutschland-Hilft.de. - rudi

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