Spende über 77 000 Euro / Rainer Schmolke und Burkhard Sors vor Ort

Kostal-Belegschaft hilft Menschen in Tadschikistan

Mit den Spenden der Kostal-Belegschaft können Häuser erdbebensicher gebaut werden.

Lüdenscheid - „Die Kostal-Belegschaft ist in Tadschikistan Arbeitgeber geworden und hat mit ihren Spenden sowohl Arbeitsplätze geschaffen als auch die Lebensqualität der Menschen vor Ort verbessert“, sagen Kostal-Betriebsratsvorsitzender Rainer Schmolke und Personalleiter Burkhard Sors. Bei einem Besuch vor Ort machten sie sich persönlich ein Bild von der Verwendung der Spenden.

Geerdet habe sie der Besuch, erzählen sie, noch beeindruckt von den Menschen, die in dem Hochgebirgsland an der Grenze zu Afghanistan in sehr ärmlichen Verhältnissen leben. „Wenn man dann wieder hier ist, fragt man sich schon, über welch’ lapidare Probleme man sich mitunter aufregt.“

Zum Hintergrund: Seit vier Jahren spenden die rund 3300 Kostal-Mitarbeiter in Deutschland jeden Monat, indem sie bei den monatlichen Gehaltsüberweisungen auf die Centbeträge hinter dem Komma verzichten. Mehr als 77 000 Euro sind seitdem zusammengekommen. Die Aktion wurde auf Initiative des Betriebsrates ins Leben gerufen und stieß auf fast ungeteilte Zustimmung. Um die das Geld gezielt und sinnvoll einzusetzen, nahm sich Kostal als Partner das Nothilfebündnis Aktion Deutschland zur Seite und hat mit dessen Unterstützung bereits nach dem schweren Erdbeben in Haiti und bei der Hungersnot 2012 in Ostafrika geholfen. Gerade hat das Kostal-Aktionskomittee, in dem Burkhard Sors und Rainer Schmolke vertreten sind, entschieden, auch die Flutopfer auf dem Balkan zu unterstützen.

Tadschikistan geriet Ende 2012 in den Fokus der Kostal-Helfer. Immer wieder erschüttern schwere Erdbeben die Republik und zerstören die nur aus Lehm errichteten Häuser. Schon im Mai steigen die Temperaturen auf mehr als 40 Grad Celsius, und der Sommer steht ja erst noch bevor. Der Lehm wird knochentrocken, und bei Erdbeben der Stärke 6 zerbröckeln die kleinen Häuser, in denen zum Teil zwölfköpfige Familien leben, förmlich und fallen zusammen. Dennoch bauen die Bewohner sie in gleicher Weise wieder auf, weil sie keine andere Methode kennen.

Zentrale Erkenntnis: Low-Tech hilft weiter

„Die Wende kam mit dem Projekt von Habitat for Humanity. Das nationale Institut für Seismologie und Erdbebentechnik hat mit Unterstützung der Organisation eine effektive Methode zur Verstärkung der Fundamente und Mauern entwickelt. Habitat for Humanity organisiert Workshops, bei denen die Teilnehmer die neue Technik erlernen“, berichten Schmolke und Sors. Sie verstärken die Fundamente, schneiden Aussparungen in die Wände, um Rahmen aus Holzbalken einzubauen. Schließlich werden Gitter aus Maulbeerbaumzweigen hergestellt und auf die Balken genagelt. Der Lehm, der dann alles miteinander verbindet, wird der besseren Haltbarkeit wegen mit Stroh vermischt.

„Zentral war die Erkenntnis, dass nur der Kultur und der Situation angepasste Technik erfolgreich sein kann. Während wir uns bei Kostal mit High-Tech-Lösungen beschäftigen, hat uns hier Low-Technik erheblich weiter gebracht. Wir sind stolz darauf, dass durch das von uns geförderte Projekt nun rund 1000 Familien Kenntnisse zum erdbebensicheren Bauen vermittelt werden konnten“, ist Rainer Schmolke begeistert von der nachhaltigen Hilfe.

Von Martin Messy

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