Special Olympics: Helfer begeistert vom Erlebten

Busch-Jaeger Mitarbeiter Thomas Widenka (Mitte) war einer von vielen freiwilligen Helfern in München.

LÜDENSCHEID ▪ „Seid ihr zusammen gerannt?“ „Nein, wir sind gegeneinander gerannt.“ – Es sind Dialoge wie diese, die es den freiwilligen Helfern bei den Special Olympics Nationale Sommerspiele für geistig Behinderte in München immer wieder vor Augen führen: „Wie einfach doch das Leben sein kann und wie kompliziert wir es uns oft machen.“ Auf diesen Punkt bringt Peggy Müller ihre Erfahrungen, die sie als einer von mehreren tausend Volunteers in dieser Woche gemacht hat.

Die Lüdenscheiderin ist mit fünf weiteren Kollegen aus dem Busch-Jaeger Werk Lüdenscheid und insgesamt 150 Kollegen von anderen ABB-Standorten von Montag bis Freitag in München gewesen, um 5000 geistig behinderte Athleten als Kampfrichter, Riegenfüher oder Organisationshelfer bei der Durchführung ihrer Leichtathletik-Wettbewerbe im Dantestadion zu unterstützen. „Ich kriege Gänsehaut beim Erzählen“, sagte auch Stephanie Sonneck, die für Busch-Jaeger die Pressearbeit macht. „Es ist eine absolute Abwechslung zum Arbeitsalltag.“ Seit zehn Jahren unterstützt ABB als einer von vielen Sponsoren die Special Olympics.

Die Freiwilligen nehmen eine Woche Urlaub, Reise- und Hotelkosten übernimmt das Unternehmen. Wer mitdarf, wird ausgelost. Und wer dabei war, der schwärmt. Von den Menschen. Von der Atmosphäre. Von der unbändigen Freude und Begeisterungsfähigkeit der Athleten. Auch Thomas Widenka ist ganz begeistert von dem Ehrgeiz und der Zielstrebigkeit der Sportler: „Die geben hier alles, gehen richtig an ihre Grenzen. Davon können unsere Fußball-Millionäre noch viel lernen. Die genießen das hier richtig.“ Der 43-Jährige, der in Lüdenscheid in der Qualitätssicherung arbeitet, wollte unbedingt einmal dabeisein. Jetzt hat es zum ersten Mal geklappt. Es soll nicht das letzte Mal gewesen sein. Die nächste Gelegenheit könnte sich bei den Winterspielen ergeben. Für sich hat er schon eines gelernt in den vergangenen Tagen: „Keiner ist mehr Mensch als der andere und keiner ist weniger Mensch als der andere.“

Viel Zeit, um München kennenzulernen, bleibt den Volunteers nicht. Aber deshalb sei man ja auch nicht da, findet Peggy Müller, am Freisenberg im Gesundheitsschutzmanagement tätig. Wer sein Büro mit dem Versorgungszelt tauscht und 140 Kästen Sprudel am Tag verteilt, der fällt abends nur noch todmüde ins Bett. Immerhin: Einen Vormittag Stadtbummel gab es und einen Abend, bei dem sich die ABB-Mitarbeiter verschiedener Standorte bei einer „bayrischen Olympiade“ kennenlernen konnten.

Was sich in die Erinnerung der Helfer gebrannt hat, ist aber anderes. Die Eröffnungszeremonie mit dem Schirmherrn Joachim Gauck, zum Beispiel. Oder die Tränen des Glücks der jungen Sportler bei der Siegerehrung. Oder die spontanen Gesangseinlagen von Athleten. „Ich wünschte, hier wären mehr Zuschauer“, sagt Thomas Widenka, der die Läufer unterstützt hat: „Die verdienen das einfach.“ Seine Kollegin Vasiliki Kiromiti ist ebenfalls zum ersten Mal dabei gewesen, auch deshalb, weil „die Kollegen alle davon geschwärmt haben“. Es sei eine sehr schöne, sehr emotionale Erfahrung, lautet ihr Resümee.

Von der „tollen Gemeinschaft“ ist auch Stephanie Sonneck ganz begeistert. Sie weiß aus Erfahrung, dass das Erlebte nicht nur bei den Athleten lange nachwirkt: „Wir haben doch alle eine Maske auf im Berufsalltag. Hier ist alles echt und bringt uns viel für die Zeit danach.“

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