SPD: Politisches Abendessen mit Vorträgen

Inhalt zum politischen Abendessen der SPD lieferten Moderator Gordon Dudas (MdL) sowie Michael Thielicke und Eveline Haue.

Lüdenscheid - Über „Das Leben in der DDR“ haben Michael Thielicke und Eveline Haue beim 1. Politischen Abendessen des SPD-Ortsvereins Honsel/Worth im „Ciccolina“ berichtet. Beider Biographie verbindet ein jahrzehntelanges Leben in der DDR.

Über „ganz persönliche Eindrücke und einen Teil ihres Lebens“, so Gordon Dudas (MdL), gehe es bei den Beiträgen von Thielicke und Haue. Dies im Rahmen einer Veranstaltungsform, die erst einmal erprobt werden müsse. Am schmucken Ort zum gemeinsamen Abendessen Inhalt und Diskussion.

Ein Arbeiterkind wie aus dem Bilderbuch sei sie für das System gewesen, sagte Haue: Spross einer kinderreichen Arbeiterfamilie. Erst habe sie eine Lehre als Tuchmacherin absolviert, später eine Ausbildung zur Erzieherin, zur Grundschullehrerin, habe schließlich Mathematik und Physik studiert und an einer polytechnischen Oberschule unterrichtet, sei schließlich zur Konrektorin aufgestiegen. Ohne Parteimitgliedschaft habe sie ins Bild des Systems gepasst. „Wir hatten nicht viel, kannten es aber auch nicht anders.“ Bedrängende Momente erlebte sie zu Zeiten des Mauerbaues, da die Urlaubsfahrt an die Ostsee jäh endete, der Zug mit Vopos nach Berlin dirigiert wurde: Mauerbau 1961. Ein Ehepaar aus der Nachbarschaft wollte mit den Kindern in den Westen fliehen, wurde erwischt, kam nach Bautzen. Eine Kollegin stellte einen Ausreiseantrag und wurde suspendiert. Die zweite Konrektorin an ihrer Schule war von der Stasi. Als Nachkriegskinder aufgewachsen im System wussten beide um dessen auch fatale Wirklichkeit. Eine Mischung aus Angst und sozialer Verantwortung ließ im Geflecht von Familie und Freunden verharren.

Trefflich beschrieb Diplomingenieur Michael Thielicke, der eines Studienplatzes wegen drei Jahre in der Volksarmee diente, das Aufkommen zunehmender Kritik am System: Die wachsende Diskrepanz zwischen Propaganda und Wirklichkeit in der DDR habe damals skurrile Züge angenommen. Eine inhaltlich breite Diskussion rundete den Abend ab.

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