Zur Sicherheit mit Personalausweis

Spaziergang in der Ausgangssperre im MK: Der Hund muss ja raus 

hund
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Der Hund braucht den abendlichen Ausgang, Ausgangssperre hin oder her.

Hunde fragen nicht danach, ob es eine Ausgangssperre gibt. Da kann Frauchen noch so entspannt auf dem Sofa sitzen, wenn der Labrador raus muss, muss er raus. So auch in Lüdenscheid.

Lüdenscheid – Die Nasenstupser, die Pfote, die auf dem Oberschenkel kratzt und dabei der Blick Richtung Tür sind ein eindeutiges Zeichen. Normalerweise heißt das: Schuhe und Jacke an, Vorrat an Kotbeuteln kontrollieren, Halsband, Geschirr und Leuchtband für den Hund und los. Diesmal soll noch die Kamera mit, um den Gassi Gang während der Ausgangssperre zu dokumentieren – und kurz vor der Haustür dann der Geistesblitz: Vielleicht wäre es besser, den Personalausweis mitzunehmen, um im Zweifel zu belegen, dass man wirklich nur im eigenen Viertel den Hund ausführt.

StadtLüdenscheid
LandkreisMärkischer Kreis
Einwohnerzahl72.313 (Stand: 31.12.2019)

Eine Kontrolle bleibt während des rund 45-minütigen Rundgangs am Freisenberg aus. Wenn es schon in den Wochen und Monaten zuvor bei spätabendlichen Runden ziemlich ruhig war, ist es nun schon fast gespenstisch still. Dafür scheint es fast, als wären mehr Fenster als sonst hell erleuchtet. Das kann aber auch eine Täuschung sein. Die Stille führt zu seltsamen Gedanken. Dem Hund ist die Ruhe egal. Er hat genug zu schnüffeln von all den Artgenossen, die regelmäßig dort unterwegs sind. Normalerweise ist in klaren Nächten durchaus Verkehr aus der Umgebung zu hören. Aber selbst auf der Sauerlandlinie, die Rahmedetalbrücke ist nicht weit entfernt, scheint kaum etwas los zu sein.

Spaziergang in der Ausgangssperre im MK: Gespenstische Stille

Der Weg führt entlang des Sauerlandrings. Spätestens dort sind eigentlich regelmäßig auch abends noch Hundehalter unterwegs – aber heute überhaupt nicht. Und kein einziges Auto kommt vorbei. Auch wenn um die Uhrzeit nie viel Verkehr herrscht, ist das doch ungewohnt. Je nach Standort ist die Heedfelder Straße zu sehen. Aber auch dort ist kaum ein Fahrzeug auszumachen. Beim Blick zum Kettenberg in Gevelndorf fällt auf, dass auch dort nicht ein einziges Paar Scheinwerfer aufleuchtet. Kurz vor 22 Uhr ändert sich der Eindruck kurzfristig. Etwas weiter entfernt sind an der Einmündung vom Kerkhagen zur Straße Im Grund plötzlich doch ein paar Autos unterwegs – die Spätschicht ist wohl zu Ende.

Für die Gassigänger geht es auf der anderen Straßenseite zurück – und an der Wiese gegenüber ist ein weiteres Paar aus Zwei- und Vierbeiner zu sehen. Während die Hunde sich wohl gern begrüßen möchten, nimmt das Herrchen förmlich Reißaus, als es uns entdeckt, und zieht seine Fellnase mit. Ob das an der Ausgangssperre oder an dem schwarzen Hund liegt – keine Ahnung. Als der Labrador seine Terrier-Freundin erschnüffelt, die mit Herrchen auf dem Ostenhagen unterwegs ist, ist das anders. Die beiden sollen sich wenigstens begrüßen. Ein Stück des Weges gemeinsam, mit gebotener Distanz zwischen den Zweibeinern, sollte möglich sein.

Spaziergang in der Ausgangssperre im MK: Geisterhafte Atmosphäre

Das andere Mensch-Hund-Gespann macht sich auf den Rückweg. Wir wollen es noch mit einem Foto versuchen. Prompt fährt ein Auto den Sauerlandring entlang – auch das wirkt in dieser ungewöhnlichen Stille fast geisterhaft. Während Frauchen über die Eindrücke dieser ersten Nacht der Ausgangssperre grübelt, ist für den Hund alles wie immer – und am liebsten würde er nicht auf das eigene Grundstück abbiegen, sondern seiner Freundin hinterher, die jetzt wieder mit ihrem Leuchthalsband am Ende der Straße zu sehen ist.

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