Der Staatsbahnhof an der Altenaer Straße

Die 1930er-Jahre: Der Blick vom Gelände des damaligen Staatsbahnhofs auf die Altenaer Straße

Lüdenscheid - Mit unserer Serie "Spaziergänge durch Lüdenscheid" laden wir wieder zu Reisen in die Vergangenheut ein.  Die Bilder stammen aus dem Archiv der Stadt Lüdenscheid, den Sammlungen W. Schumacher und B. Schmidt sowie Privatbesitz. Der zweite Teil unseres neuen Bilder-Spaziergangs führt durch die Zeit der Schmalspurbahn Kreis-Altenaer-Eisenbahn.

Die Serie

Die Beiträge für den Bilderspaziergang sind dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ von Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff entnommen. Die Autoren haben sie für unsere Zeitung verändert, ergänzt und zum Teil völlig neu erarbeitet. Die Bilder stammen aus dem Archiv der Stadt Lüdenscheid, den Sammlungen W. Schumacher und B. Schmidt sowie aus Privatbesitz.

Unser heutiges Bild entstand in den 1930er Jahren. Wir blicken vom Gelände des damaligen Staatsbahnhofs auf die Altenaer Straße. Im Vordergrund erkennt man die Gleisanlagen der Schmalspurbahn Kreis-Altenaer-Eisenbahn (KAE). Links neben dem „Handelshof“ der Firma Schmidt und einer Freifläche liegt das 1926 fertiggestellte Betriebsgebäude der „Kraftverkehr Mark Sauerland“.

Die KAE wurde 1886 in der damaligen Kreisstadt Altena gegründet. Sie befuhr auf „meterspurigen Gleisen“ ein eigenes Schienennetz auf den Strecken Altena-Lüdenscheid, Werdohl-Lüdenscheid und Schalksmühle-Halver. Es gab durchaus eigene Trassen für die KAE, zumeist aber lagen die Schienen auf den Autostraßen und kreuzten gelegentlich deren Fahrbahn.

Zunächst wurden mit der Kleinbahn ausschließlich Güter transportiert, später kam die Beförderung von Personen hinzu. Zu Anfang hängte man die Personenwagen einfach an die Güterzüge an. In der Folgezeit gab es dann aber auch komplette Personenzüge. Gezogen oder geschoben wurden sie von Dampfloks von denen jede einen Namen trug wie z.B. Anna, Alfred, August oder auch Hermann. Später ersetzte man die Dampfloks durch recht stillose, dieselgetriebene Trambahnen.

Hier geht es zu der Serie:

Ein Rundgang durch "Alt-Lüdenscheid"

1925 gründete man in Neuenrade die „Kraftverkehr Mark-Sauerland GmbH“ als reinen Omnibusbetrieb, der hauptsächlich Strecken bediente, die für einen Kleinbahnbetrieb unrentabel oder topographisch unmöglich waren. An der „Mark Sauerland“ war die KAE wirtschaftlich beteiligt. Vielleicht erklärt sich daher die räumliche Nähe beider Gesellschaften an der Altenaer Straße. Mitte der 1950er-Jahre begann der endgültige Niedergang der Kleinbahnen, da sie dem zunehmenden Leistungs- und Rationalisierungsdruck nicht gewachsen waren. Zunächst verschwanden die Personenzüge und wurden durch Omnibusse ersetzt. 1969 erfolgte der Zusammenschluss von KAE und Mark Sauerland. 1975 entstand nach Gründung des Märkischen Kreises ein gemeinsames Nahverkehrsunternehmen, die MVG.

Gleisanlagen und Bahnhof der KAE sowie das Busdepot der Mark Sauerland GmbH an der Altenaer Straße gehören der Vergangenheit an. Sie wurden abgerissen.

Hier finden Sie alle Teile unserer Spaziergang-Serie "Lüdenscheider Straßennamen"

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