Kleine Viktoria am Loher Wäldchen

Im Jahr 1874 wurde das „Sieges“- oder auch „Kriegerdenkmal“ errichtet.

Lüdenscheid - Mit unserer Bilder-Serie "Spaziergänge durch Lüdenscheid" laden wir zu Reisen in die Vergangenheit ein.  Der vierte Teil führt uns zu einem Denkmal am Loher Wäldchen, das 1874 errichtet und  im Jahr 1946 auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht entfernt worden ist.

Die Serie

Die Beiträge für den Bilderspaziergang sind dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ von Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff entnommen. Die Autoren haben sie für unsere Zeitung verändert, ergänzt und zum Teil völlig neu erarbeitet. Die Bilder stammen aus dem Archiv der Stadt Lüdenscheid, den Sammlungen W. Schumacher und B. Schmidt sowie aus Privatbesitz.

An der Breslauer Straße, am Eingang zum Loher Wäldchen, stand ein Denkmal. Heute findet man hier die von Willy Meller gestaltete Bismarck-Gedenkstätte. Direkt daneben hat die Stadt einen Kinderspielplatz angelegt. 1874 wurde das „Sieges“- oder auch „Kriegerdenkmal“ errichtet.

Es sollte an die Siege Preußens im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864, den Preußisch- Österreichischen Krieg von 1866 sowie an den Deutsch- Französischen Krieg von 1870/71 erinnern. Am Vorabend des vierten Jahrestages der Schlacht bei Sedan wurde es eingeweiht. Seit 1872 feierte man den „Sedantag“ im deutschen Kaiserreich als nationalen Gedenktag. Bis zum Ersten Weltkrieg fanden jährlich am 2. September „Sedanfeiern“ vorwiegend unter Beteiligung der Schulen statt.

Auch wenn das Denkmal 1946 auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht durch die Stadtvertretung beseitigt und wahrscheinlich eingeschmolzen wurde, kommt es einem merkwürdig bekannt vor. Tatsächlich ist die Figur, die das Denkmal zierte, eine verkleinerte Ausgabe der Viktoria, die wir von der Berliner Siegessäule kennen. Sie steht auf dem Mittelplatz des Großen Sterns im Stadtteil Tiergarten.

Hier geht es zu der Serie:

Ein Rundgang durch "Alt-Lüdenscheid"

Der Schöpfer beider Denkmäler war der seinerzeit berühmte Bildhauer Friedrich Drake (1805- 1883).Die Bronzeskulptur, die Viktoria, hält in der rechten Hand einen Lorbeerkranz, in der linken ein Feldzeichen mit dem Eisernen Kreuz. Ihr Helm ist mit Adlerflügeln geschmückt. Viktoria ist in der römischen Mythologie als Siegesgöttin bekannt, in der griechischen entspricht sie der Göttin Nike. Drake soll die Figur nach den Gesichtszügen der Victoria von Großbritannien und Irland, die zu diesem Zeitpunkt Kronprinzessin in Preußen war, entworfen haben. Im Berliner Volksmund wird die vergoldete Figur spöttisch „Goldelse“ genannt, ein Spitzname, der der Lüdenscheider Miniaturausgabe wohl erspart geblieben ist.

Vor dem Denkmal sieht man eine Kanone, die sich bei der Einweihung dort noch nicht befand. Ursprünglich stand sie vor dem Standbild Kaiser Wilhelms I. am heutigen Sternplatz. Da sie dort dem Straßenverkehr im Wege war, wurde sie 1908 mit Einverständnis der Verwaltung und auf Kosten des Lüdenscheider Artillerievereins zum Loher Wäldchen verlegt.

Hier finden Sie alle Teile unserer zweiten Spaziergang-Serie "Lüdenscheider Straßennamen"

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