Gut Oedenthal existiert seit über 800 Jahren

Das Schloss Oedenthal ist so wie auf diesem Foto heute nicht mehr zu sehen – es liegt gut versteckt hinter Bäumen.

Lüdenscheid - Mit unserer Bilder-Serie "Spaziergänge durch Lüdenscheid" laden wir zu Reisen in die Vergangenheit ein. Diesmal begeben wir uns ins Hochmittelalter, um zu den Anfängen von Gut Oedenthal zurückzukehren.

Die Serie

Die Beiträge für den Bilderspaziergang sind dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ von Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff entnommen. Die Autoren haben sie für unsere Zeitung verändert, ergänzt und zum Teil völlig neu erarbeitet. Die Bilder stammen aus dem Archiv der Stadt Lüdenscheid, den Sammlungen W. Schumacher und B. Schmidt sowie aus Privatbesitz.

Die erste urkundliche Erwähnung Oedenthals erfolgte 1160 als Odincdala. Die Herren von Odendal, so die Bezeichnung zu dieser Zeit, besaßen seit dem 13./14. Jahrhundert auch Güter im benachbarten Othlinghausen. Ihr Wappenbild in Form drei verketteter Ringe stimmte mit demjenigen derer von Neuhoff auf Schloss Neuhoff überein, was auf nahe Verwandtschaft schließen lässt.

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts befand sich Oedenthal im Besitz verschiedener Adelsgeschlechter. 1725 kam es dann zur Versteigerung des Gutes. Georg Hermann von Holtzbrinck erwarb es. Von Holtzbrinck war General-Kron-Postmeister im Ministerrang und in den erblichen Adelsstand erhoben worden. Da er kinderlos blieb, sollte sein Neffe, der preußische Kriegskommissar Georg Wilhelm von Lent, Haupterbe sein. Dies allerdings nur für den Fall, dass seine zweite Frau, eine Freiin von Bünau, sich erneut verehelichen sollte.

Die Freiin heiratete erneut nachdem von Holtzbrinck das Zeitliche gesegnet hatte. Dennoch stellte sie Erbansprüche. Am Ende kam es zu einem Vergleich: Frau von Bünau erhielt die sächsischen und polnischen Güter von Holtzbrincks, von Lent die sauerländisch-märkischen. Auf Wunsch seines Onkels hatte er den Namen von Holtzbrinck angenommen. Etwa zweihundert Jahre residierten seine Nachkommen auf Oedenthal. Sie nutzten das Gut als Land- aber teilweise auch als Hauptwohnsitz.

Zwei von ihnen erhielten 1767 durch Friedrich den Großen ein Erneuerungs- und Anerkennungsdiplom ihres „alten Adels“. Heinrich Wilhelm von Holtzbrinck, 1809 in Altena geboren, preußischer Regierungspräsident und zeitweise preußischer Handelsminister, verbrachte seinen Lebensabend auf Oedenthal und verstarb dort 1877.

Hier geht es zu der Serie:

Ein Rundgang durch "Alt-Lüdenscheid"

Der Vorgängerbau des jetzigen Herrenhauses soll eine Wasserburg mit einer Zugbrücke gewesen sein. Nach einem Brand um 1865 kam es zur Errichtung der heutigen Gebäude. Seit etwa 800 Jahren gehört eine Wassermühle zu Gut und Schloss Oedenthal. Sie war eine der fünf Mühlen im Kirchspiel Lüdenscheid.

Das historische Gebäude, ein typisch märkischer Bruchsteinputzbau mit verbrettertem Giebel, befindet sich direkt unterhalb des Schlosses. Ursprünglich besaß die Mühle zwei Wasserräder. Der Bäcker Schönenberg übte hier sein Gewerbe bis in die 1920er Jahre aus. Dann wurde in ihr eine Gaststätte eingerichtet, die ein beliebtes Ausflugsziel der Lüdenscheider war. Gegenwärtig findet ein Umbau der Mühle zum Wohnhaus statt.

Hier finden Sie alle Teile unserer zweiten Spaziergang-Serie "Lüdenscheider Straßennamen"

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