Gaststätte „Hohe Steinert“ - wechselvolle Geschichte

Das große Gebäude mit seiner breiten Treppenanlage und dem reich verzierten Portal machte einen imposanten Eindruck.

Lüdenscheid - Mit unserer Bilder-Serie "Spaziergänge durch Lüdenscheid" laden wir zu Reisen in die Vergangenheit ein. Für den neunten Teil der Serie begeben wir uns zur Hohen Steinert.

Die Serie

Die Beiträge für den Bilderspaziergang sind dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ von Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff entnommen. Die Autoren haben sie für unsere Zeitung verändert, ergänzt und zum Teil völlig neu erarbeitet. Die Bilder stammen aus dem Archiv der Stadt Lüdenscheid, den Sammlungen W. Schumacher und B. Schmidt sowie aus Privatbesitz.

Die Gaststätte „Hohe Steinert“, von den Lüdenscheidern nur Steinert genannt, hat eine wechselvolle Geschichte. Die 1904 erbaute Gaststätte befand sich sehr lange im Besitz der Familie von Ernst Diemer, die auch die angrenzenden Ländereien bewirtschaftete. Das große Gebäude mit seiner breiten Treppenanlage und dem reich verzierten Portal machte einen imposanten Eindruck.

1968 wurde das Gebäude abgerissen

Die Geschichte der Bürgerschützen ist eng mit dieser Gaststätte, die 1968 abgerissen wurde, verbunden. Ihren Platz nehmen heute zwei mehrstöckige Wohnblöcke, eingebettet zwischen Tankstellen an der Ecke Heedfelder Straße/Am Weiten Blick, ein.

Gründungsgaststätte des BSV

Am 16. Januar 1910 erfolgte die Gründung des Schützenvereins unter dem Namen „Bürger-Schützen-Verein für Stadt und Amt Lüdenscheid“. Ort des Geschehens war die Gaststätte „Hohe Steinert“. 14 Tage später hatten sich bereits 1000 Mitglieder in Listen eingetragen, eine erste Mitgliederversammlung wurde abgehalten.

Im August des gleichen Jahres feierten die Schützen ihr erstes Schützenfest im Festsaal und in den Räumen ihrer Gründungsgaststätte mit einer Volksbelustigung auf einer nahegelegenen Weide von Bauer Püttmann.

1912 wurde der erste Schießstand eröffnet

1912 konnte man den ersten Schießstand im Steinbruch an der Heerwiese feierlich eröffnen. Bereits ein Jahr später erfolgte der Eintrag ins Vereinsregister. In dieser Zeit muss ein energischer, Disziplin fordernder Ton im Verein geherrscht haben. So heißt es u.a.: „Allen vereinsdienstlichen Befehlen des Vorgesetzten muss sofort Folge gegeben werden. Wegen Nichtbefolgung von Befehlen und gegen ungerechte Befehle ist Beschwerde beim Vorsitzenden zulässig.“

Erstes Schützenfest auf dem Festplatz

Während des Ersten Weltkriegs musste die Vereinsarbeit ruhen, erst 1919 fand wieder ein Schützenfest auf dem Gelände der Gaststätte „Zapp“ an der Christuskirche statt. Ein Jahr später erfolgte der Kauf eines Grundstücks Am Gölling. 1921 feierte man dann auf dem eigenen neuen Festplatz das Schützenfest.

Neues Schützenheim im Jahre 1927

Nachdem die Bürgerschützen 1925 zum ersten Mal in Uniformen aufgetreten waren, ging zwei Jahre später die feierliche Einweihung des neuen Schützenheimes in die Annalen des Vereins ein. Neben verschiedenen Gastwirten führte Hulda Brüninghaus, ein echtes Lüdenscheider Original, ursprünglich das Schützenheim auf der Steinert, bevor sie die allseits geschätzte Gaststätte „Hulda am Markt“ übernahm.

Hier geht es zu der Serie:

Ein Rundgang durch "Alt-Lüdenscheid"

In den Kriegsjahren 1939-1945 war nur ein eingeschränktes Vereinsleben an der Steinert möglich. Vier Jahre nach Kriegsende feierten die Bürgerschützen mit den Lüdenscheidern wieder ihr Schützenfest. Ein weiterer Ausbau des Festplatzes wurde in Angriff genommen. 1958 nahm man einen An- und Umbau des Schützenheimes vor, eine Kegelbahn und überdachte Schießplätze entstanden.

Mit dem Ausbau der Heedfelder Straße wegen des Autobahnbaus mussten Teile des Festplatzes verkauft werden. Neue Parzellen zur Umgestaltung des Platzes fanden die Schützen durch einen Gönner in der Grebbecke.

Bedingt durch die kommunale Gebietsreform erfolgte 1971 die Umbenennung des Vereins in Bürger-Schützen-Verein e.V. Lüdenscheid. Die größte Kirmes des Sauerlandes findet weiterhin jährlich auf dem Festplatz an der Steinert statt.

Hier finden Sie alle Teile unserer zweiten Spaziergang-Serie "Lüdenscheider Straßennamen"

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