Vom "Hohenzollernplatz" zum Nattenberg-Stadion

Das Nattenberg-Stadion im Jahr 1939.

Lüdenscheid - Mit unserer Bilder-Serie "Spaziergänge durch Lüdenscheid" laden wir zu Reisen in die Vergangenheit ein. Der Nurrehang ist das Ziel unseres 19. Teils. Dort  wurde im Sommer 1913 der "Hohenzollernplatz" eingeweiht - das spätere Nattenberg-Stadion.

Die Serie

Die Beiträge für den Bilderspaziergang sind dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ von Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff entnommen. Die Autoren haben sie für unsere Zeitung verändert, ergänzt und zum Teil völlig neu erarbeitet. Die Bilder stammen aus dem Archiv der Stadt Lüdenscheid, den Sammlungen W. Schumacher und B. Schmidt sowie aus Privatbesitz. 

1913 feierte das Deutsche Reich mit großem Pomp das 25-jährige Regierungsjubiläum Wilhelms II. Da wollte auch der Magistrat Lüdenscheids nicht zurückstehen und beschloss, das Ereignis durch den Bau eines großen Sport- und Spielplatzes zu würdigen. Er sollte „Hohenzollernplatz“ heißen. Für seinen Bau stellte man kurzfristig 16.000 Mark zur Verfügung, so dass nach intensiven Erdarbeiten auf dem eher bergigen Gelände am Nattenberg ein ebener Platz entstehen konnte, auf dem man Sport betreiben und Spiele veranstalten konnte.

Einweihung am 22. Juni 1913

Am Tag der Einweihung, dem 22. Juni 1913, setzte sich ein imposanter Festzug von der Oberstadt aus in Bewegung. Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung folgten der Freiwilligen Feuerwehr, die den Zug anführte. Sämtliche Turn- und Sportvereine waren mit Abordnungen vertreten. Kapellen der Lüdenscheider Schützengesellschaft und der Bürgerschützen bildeten den musikalischen Rahmen des Umzugs. Nahezu 4.000 Teilnehmer sollen von der Oberstadt zum „Hohenzollernplatz“ marschiert sein.

Fahnenschwenker des Lüdenscheider Schwimmvereins

Dort warteten weitere 16.000 Bürger, um den Feierlichkeiten zur Einweihung des Platzes beizuwohnen. Auf dem unteren Bild sieht man die Fahnenschwenker des Lüdenscheider Schwimmvereins, angeleitet durch Emil Mohr, dem Leiter des 1905 eröffneten Schillerbades. Wie damals üblich endete die Veranstaltung mit einem „Hoch“ auf den Kaiser und dem Absingen der Nationalhymne.

Erster Umbau in den Jahren 1927/1928

Ein erster Um- und Ausbau des Stadions, das nunmehr „Nattenberg Kampfbahn“ hieß, erfolgte in den Jahren 1927/28. Das zweite Bild zeigt es im Jahr 1939.

Die Einweihung des Platzes im Jahr 1913.

1972 stand der vorerst letzte Umbau an. Eigentlich müsste man von einem Neubau sprechen, denn die gesamte Anlage wurde in Nord- Süd-Richtung gedreht. Diese Neugestaltung war wegen der Baukosten in Höhe von 6,3 Millionen Mark in der Stadt umstritten. Trotz heftiger Kritik führten der „Vater des Nattenberg-Stadions“, der Sportausschuss-Vorsitzende Heinz Klaus, und seine Mitstreiter das Projekt zu einem guten Ende.

Eine der schnellsten Tartarnbahnen in Deutschland

Man baute eine überdachte Zuschauertribüne für 2700 Zuschauer, für die 400- Meter- Rundbahn wurden 7000 Quadratmeter Tartan aufgetragen. Sie war damit eine der schnellsten in Deutschland. Schon bei der Einweihung im Mai 1972 fielen zwei deutsche Rekorde. Nach seiner Fertigstellung bot das Stadion Platz für 17 000 Zuschauer und war unter anderem Austragungsort leichtathletischer Großereignisse. Gern erinnert man sich an die Regionalliga- und Zweitligaspiele von Rot-Weiß Lüdenscheid in den 1970er und zu Beginn der 1980er-Jahre.

2009/2010 wurde das Stadion „zurückgebaut“

 2009/2010 wurde das Stadion „zurückgebaut“, da der DFB Sicherheitszäune und anderes für die Anlage forderte. Um den damit verbundenen beträchtlichen Ausgaben zu entgehen, ließ die Stadt die Zuschauer-Stehränge bis auf 5000 abtragen.  

Hier geht es zu der Serie:

Ein Rundgang durch "Alt-Lüdenscheid"

Neben der Sportstätte liegt seit 1937 die Jugendherberge der Stadt, die als solche bis 1989 genutzt wurde. Seither ist in ihr ein Übergangswohnheim untergebracht.

Eröffnung der Skisprungschanze im Jahr 1932

In direkter Nachbarschaft zur Jugendherberge liegt eine Skisprungschanze, die 1932 eröffnet wurde. Zu ihrer Einweihung kamen nicht ganz so viele Bürger der Stadt wie seinerzeit bei der Eröffnung des „Hohenzollernplatzes“. Es waren aber immerhin 5 000 Zuschauer, die dem ersten Springen auf der Schanze zusehen wollten.

Hier finden Sie alle Teile unserer Spaziergang-Serie "Lüdenscheider Straßennamen"

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