LTV 61-Turner gründen die Freiwillige Feuerwehr

Seit Mitte der 50er-Jahre residiert die Lüdenscheider Feuerwehr am Dukatenweg.

Lüdenscheid - Mit unserer Bilder-Serie "Spaziergänge durch Lüdenscheid" laden wir zu Reisen in die Vergangenheit ein. Heute folgt der dritte und letzte Teil der Geschichte der Lüdenscheider Feuerwehr.

Die Serie

Die Beiträge für den Bilderspaziergang sind dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ von Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff entnommen. Die Autoren haben sie für unsere Zeitung verändert, ergänzt und zum Teil völlig neu erarbeitet. Die Bilder stammen aus dem Archiv der Stadt Lüdenscheid, den Sammlungen W. Schumacher und B. Schmidt sowie aus Privatbesitz. 

Am 30. August 1843 erging in Lüdenscheid der Aufruf zur freiwilligen Meldung für die Pflichtfeuerwehr. 147 Männer verteilten sich auf die vier Abteilungen. Bereits ein Jahr später fand die erste „Feuervisitation“ aller Häuser statt.

Taboure trommelten bei Feuergefahr

Mit der wachsenden Einwohnerzahl der Stadt wuchs auch die Mannschaftsstärke der Feuerwehr. Der Feueralarm wurde ebenfalls geändert. Das Läuten der Brandglocke blieb. Zusätzlich wurden ab 1868 zwei Tamboure beauftragt, bei Feuergefahr in allen Straßen zu trommeln. Ab 1886 übernahmen mehrere Hornisten diese Aufgabe.

Unzulänglichkeiten der Pflichtfeuerwehr

Auch nach der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1878 blieb die Pflichtfeuerwehr bestehen. Noch 1904 bestand sie aus 540 Mitgliedern. Die Unzulänglichkeiten der Pflichtfeuerwehr traten aber immer mehr zutage. Übungen wie Überprüfungen der Geräte fanden kaum noch statt, die Mitglieder fehlten bei Zusammenkünften. Eine eingespielte Organisation war nicht mehr möglich.

Freiwillige Feuerwehr offiziell sein 1878

Es waren Turner des 1861 gegründeten Lüdenscheider Turnvereins, die 1877 für die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr warben. Unter dem Vereinsmotto „Frisch, fromm, froh und frei“ meldeten sich bald viele Lüdenscheider Freiwillige. Die offizielle Gründung des Vereins der Freiwilligen Feuerwehr fand dann nach einer Übung der Hagener Kollegen am „Haus Dicke“ ein Jahr später statt. Die erste Generalversammlung war am 7. Oktober 1878. Die Freiwillige Feuerwehr war ein Verein auf privater Basis, nicht vergleichbar mit der seitens der Verwaltung vorgesehenen Pflichtfeuerwehr. Da beide die gleichen Aufgaben zu erfüllen hatten, musste es zu einer Verschmelzung beider Organisationen kommen.

Bürgermeister wurde Kommandeur

So sah sich die Stadt gezwungen, 1881 eine neue städtische Feuerordnung zu erlassen. Kommandeur der gesamten Feuerwehr in sieben Abteilungen war nun der Bürgermeister. Den Kern der neuen Feuerwehr bildete die Freiwillige Feuerwehr. Es war klar, dass der Zusammenschluss nicht nur auf Zustimmung stieß. Von vorneherein war die Wehr auch auf passive Unterstützer angewiesen, so bestand der Verein bereits 1879 aus 56 aktiven und 162 passiven Mitgliedern.

Im Vergleich zu anderen Vereinen musste von Anfang an mit hohen Investitionen gerechnet werden: Mannschaftskleidung, notwendiges Werkzeug, größere Geräte wie Spritzen und Wasserzubringer waren zu beschaffen. Die Stadt musste Zuschüsse leisten, Sammlungen, Spenden und Beiträge reichten schon lange nicht mehr aus.

Geräumiges Spritzenhaus an der Corneliusstraße

1892 nahm die Stadt schließlich den Bau eines geräumigen Spritzenhauses an Stelle eines alten Holzschuppens an der Corneliusstraße in Angriff. Dieses Gebäude, das auch lange die Stadtbücherei im Obergeschoss beherbergte, stand der Feuerwehr bis zum Abriss 1954 zur Verfügung. Sie fand nun ihr Zuhause in einem noch heute bestehenden, modernen, mehrmals erweiterten Gebäude am Dukatenweg. Feuerwehrdepots gab es außerdem in der Kluse, an der Knapper Schule und im Ludwigshof.

Hier geht es zu der Serie:

Ein Rundgang durch "Alt-Lüdenscheid"

Am 1. Januar 1969 griff die kommunale Gebietsreform. Die Landgemeinde hörte auf zu bestehen, fast ihr gesamtes Gebiet wurde der Stadt Lüdenscheid zugeschlagen. Die ehrenamtlichen Löschzüge Brügge, Brüninghausen, Homert, Lösenbach (heute Stadtmitte) und Oberrahmede schlossen sich der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt an und bestehen heute noch.

Die Hauptwache der Feuerwehr am Dukatenweg, neben dem Amtsgericht, besteht etwa aus rund 70 hauptamtlichen Kräften, die im Brandeinsatz, bei Verkehrsunfällen, Umweltschutzmaßnahmen, im Rettungs- und Notarztdienst sowie im Krankentransportwesen unter dem Motto Retten-Löschen-Bergen-Schützen arbeiten und Hilfe leisten.

Alle Teile der Spaziergang-Serie "Lüdenscheider Straßennamen"

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