"Feuerlösch- und Rettungskompagnie"

Das Spritzenhaus an der Corneliusstraße im Jahre 1938.

Lüdenscheid - Mit unserer Bilder-Serie "Spaziergänge durch Lüdenscheid" laden wir zu Reisen in die Vergangenheit ein. Im 21. Teil hatten wir uns mit den Anfängen des Brandschutzes in Lüdenscheid beschäftigt. Mit dem 22. Teil knüpfen wir dort an.

Die Serie

Die Beiträge für den Bilderspaziergang sind dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ von Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff entnommen. Die Autoren haben sie für unsere Zeitung verändert, ergänzt und zum Teil völlig neu erarbeitet. Die Bilder stammen aus dem Archiv der Stadt Lüdenscheid, den Sammlungen W. Schumacher und B. Schmidt sowie aus Privatbesitz. 

1752 reichte Bürgermeister Kercksig den Entwurf für eine Lüdenscheider Feuerordnung bei der Regierung ein. Die Feuerwache, bis dahin vernachlässigt, wurde nun per Vorschrift „alle nacht und alle Stunden der nacht in der Stadt geschicht……..und soll solche Wache die gantze nacht über vom abend bis morgen dauern.“

Täglich waren die Brunnen zu prüfen

Täglich waren die öffentlichen Brunnen zu überprüfen. Quellen sprechen von drei öffentlichen Brunnen. Andere Berichte sagen, dass Ende des 18. Jahrhunderts etwa 30 Brunnen vorhanden waren. Wahrscheinlich hatte man schon im 15. Jahrhundert das Wasser der Quellen auf dem Loh und dem Staberg in mit Steinplatten verdeckten Rinnen in die Stadt geleitet. Das Wasser wurde in einer „Fontäne“ (öffentlicher Brunnen) in der heutigen oberen Wilhelmstraße gesammelt, von wo sich sogenannte „Ackeldruften“ (Rinnen) bis zum unteren Westtor mit Querrinnen in die Seitenstraßen zogen. Später wurden diese Rinnen durch hölzerne und eiserne Rohre ersetzt. Außerdem gab es zur Feuerbekämpfung zwei Teiche im Stadtgraben und weitere vor der Stadt, die auch als Waschplätze und Viehtränken dienten.

Aufgaben wurden nach Hausnummern verteilt

Nach Hausnummern wurden die Aufgaben verteilt. Der Küster musste bei Ausbruch eines Feuers die Feuerglocke läuten. Der Bürgermeister hatte die Oberleitung , es gab vier Rottmeister: einer war Adjutant des Bürgermeisters, ein zweiter musste mit 12 Helfern gerettete Sachen in Verwahrung nehmen, der dritte war verantwortlich für die Bildung von Doppelreihen für die „Feuereimerlöscher“, die die „Wasserkufen“ füllen mussten. Der vierte schließlich überwachte den Platz, an dem die Feuereimer abgelegt werden konnten.

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Ein Rundgang durch "Alt-Lüdenscheid"

Weiterhin gab es vier Brandmeister, die die Löschgeräte vom Gerätehaus zur Brandstelle organisierten. Andere Bürger waren verantwortlich, die „Wasserkufen“ mit Pferden an die Brandstelle zu bringen. Alle Bürger sollten zur Brandstelle eilen, um dort zu helfen. Diese Überorganisation erschwerte aber die Brandbekämpfung.

1841: Vier Feuerwehr-Abteilungen

1841 begann der Gemeinderat, Verhandlungen über eine Feuerordnung zu führen, da „seit längerer Zeit……der allgemeine Wunsch laut geworden, für hiesige Stadt eine Feuerlösch-und Rettungskompagnie zu bilden“. Die Stadt beschloss, vier Feuerwehr-Abteilungen zu schaffen. Abteilung 1 sollte im Inneren des Hauses löschen und bewegliches Inventar retten. Die Abteilung 2 war für den Abriss von Dächern und Giebeln zuständig. Der dritten Abteilung kam die Aufgabe zu, die Spritzen zu bedienen, während die vierte für das Löschwasser verantwortlich war. Dazu kamen alle arbeitsfähigen Bürger, die mit Löscheimern zur Brandstelle zu kommen hatten.

Jede Gemeinde musste eine fahrbare Feuerspritze nachweisen

Die Feuerordnung der Provinz Westfalen von 1841 schrieb nun die Pflicht zur Anschaffung von Löschgeräten detailliert vor. Lange Seile mit Haken, Einrichtungen zum Herablassen von Körben und Säcken, Leitern, Handkarren und Säcke zum Herablassen von Kindern und Kranken aus oberen Stockwerken waren vorzuhalten. Jede Gemeinde musste eine fahrbare Feuerspritze nachweisen, große Städte mehrere. Zum Einsatz bei Frost war eine Flasche Brennspiritus vorgesehen, um eingefrorene Kolben aufzutauen. Weiterhin gehörten zu jeder Spritze fahrbare Wasserkübel und eine entsprechende Anzahl von Feuereimern,- haken,- leitern und- patschen.

Alle Teile der Spaziergang-Serie "Lüdenscheider Straßennamen"

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