Bierbaum - die Bedeutung des Namens ist strittig

Die ursprüngliche Straßensiedlung erstreckte sich entlang der Herscheider Landstraße.

Lüdenscheid - Mit unserer Bilder-Serie "Spaziergänge durch Lüdenscheid" laden wir zu Reisen in die Vergangenheit ein. Nachdem wir uns zuletzt zum Staatsbahnhof und der Kreis-Altenaer-Eisenbahn begeben hatten, führt uns die dritte Station zum Ortsteil Bierbaum.

Die Serie

Die Beiträge für den Bilderspaziergang sind dem Buch „Die Lüdenscheider Straßennamen“ von Gerhard Geisel und Dietrich Leutloff entnommen. Die Autoren haben sie für unsere Zeitung verändert, ergänzt und zum Teil völlig neu erarbeitet. Die Bilder stammen aus dem Archiv der Stadt Lüdenscheid, den Sammlungen W. Schumacher und B. Schmidt sowie aus Privatbesitz.

Die ursprüngliche Straßensiedlung erstreckte sich entlang der Herscheider Landstraße, die auf dem Bild von unten rechts nach links verläuft. An ihr lag die 1904 errichtete alte Schule Bierbaum. Heute beherbergt das Gebäude ein IT Unternehmen. 50 Jahre war es Schule. Daran erinnert noch heute ein in Stuck gefasstes Motto über der Eingangstür: „Lehre bringt Ehre“.

Ab Oktober 1953 wurde der Brutenberg, den man in der Bildmitte sieht, bebaut. Seither wird der Ortsname Bierbaum hauptsächlich mit dieser Siedlung in Verbindung gebracht. Auf der zentralen angerförmigen Fläche auf dem Berg entstand schon während der Bauarbeiten zur Siedlung die Schule Bierbaum, die 1954 eingeweiht wurde. Etwas später, im November 1959, folgte die evangelische Apostelkirche, beinahe direkt neben der Schule errichtet. Bis 1961 war der Brutenberg fast vollständig bebaut. Sogar eine kleine Infrastruktur mit einem Café, einer Gastwirtschaft, einem Lebensmittelgeschäft und einem Friseur war entstanden. Die Luftaufnahme dokumentiert, dass Schule und Kirche sozusagen „mitten im Dorf“ standen.

Lebensmittelgeschäft, Café, Gastwirtschaft und Friseur haben ihren Betrieb längst eingestellt. Schule und Apostelkirche sind indes gewachsen. Die Schule, inzwischen Ganztagsgrundschule, wurde zwischen 1991 und 1993 komplett renoviert, umgebaut und durch einen Verwaltungstrakt ergänzt. Zudem entstand eine neue Turnhalle, die zur Heimstatt des TuS Bierbaum geworden ist. Die Apostelkirche erhielt 1992 ein neues Gemeindehaus. Zwischen Schule und Kirche liegt der evangelische Kindergarten „Unterm Himmelszelt“, der 1973 fertiggestellt wurde. Strittig ist nach wie vor die Bedeutung des Namens Bierbaum.

Hier geht es zu der Serie:

Ein Rundgang durch "Alt-Lüdenscheid"

Dass dort ein Baum gestanden hat, aus dessen Ästen man Bier zapfen konnte, wollen wir ausschließen. Es geht im Namensstreit darum, ob am Fuße des Brutenbergs eine Zollstation mit einem Hebebaum, plattdeutsch „birreboom“, oder ein oder mehrere Birnbäume gestanden haben, die namensgebend waren. Obwohl einiges für die Hebebaumversion spricht, wird sich nicht aufklären lassen, welche Erklärung des Namens die richtige ist.

Hier finden Sie alle Teile unserer zweiten Spaziergang-Serie "Lüdenscheider Straßennamen"

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