Sparpaket: Kultureinrichtungen bleiben, Strukturen ändern sich

LÜDENSCHEID - „Strukturen auf Sparflamme sind allemal besser als eine dauerhafte Schließung. Das schmerzt, aber es hilft ja nichts. Meine Devise war, dass keine Kultureinrichtung geschlossen wird. Das Ziel haben wir erreicht, wenn auch mit Tränen“, resümiert Kulturdezernent Wolf-Dieter Theissen nach der Vorstellung des Maßnahmenkataloges zum Haushaltssicherungskonzept.

Abzuwarten bleibt nun, was die Einsparungen in den Bereichen Musikschule, Kulturhaus, Stadtbücherei, Museen und Galerie mittelfristig in den Einrichtungen bedeuten. Man habe das Zahlenwerk einvernehmlich ausgearbeitet, weil „es nicht sein kann, dass sich nun jeder Ausschuss wieder etwas Neues ausdenkt“, so Theissen. Der Maßnahmenkatalog umfasst eine umfangreiche Liste an Einzelmaßnahmen, die mehr oder weniger ins Gewicht fallen. Beispielsweise tut sich bei einer Anhebung der Eintrittspreise im Kulturhaus um durchschnittlich 50 Cent eine jährliche Mehreinnahme von 20 000 Euro auf.

Weitaus größer ist mit 172 000 Euro das Sparpotenzial, das sich durch die Verlagerung der Musikschule und der VHS in die Albert-Schweitzer-Schule ergibt. „Dann kann das jetzige Musikschulgebäude zum Beispiel für die Verwaltung genutzt werden, und es fallen anderweitig keine Mietkosten mehr an“, sieht der Stadtkämmerer Karl-Heinz Blasweiler mit Blick auf den Hol- und Bringverkehr der Musikschüler bei dieser Auslagerung echte Vorteile. Gleichwohl sich das Maß der Freiwilligkeit bei den Sparmaßnahmen in Grenzen gehalten haben dürfte, liegen die Vorgaben nun auf dem Tisch. „Ich bin nicht der Fachpolitiker für die Kultur. Die Einrichtungen müssen jetzt selbst entscheiden, wie sie die Erwartungen erfüllen“, so Blasweiler.

Allerdings sei bei allen Vorgesprächen durchaus deutlich gemacht worden, dass es sich bei dem Maßnahmenkatalog um eine Drohkulisse und kein Wunschkonzert handele: Werden die geforderten Sparziele von der einen oder anderen Einrichtung nicht erfüllt, wird über eine Schließung nachgedacht. Nun obliegt es den Leitern der verschiedenen Kultureinrichtungen, die geforderten Summen einzusparen. „Wenn wir irgendetwas davon ablehnen, müssen wir einen Vorschlag zur Gegenfinanzierung machen“, erläuterte der Leiter der Städtischen Museen, Dr. Eckhard Trox, im Gespräch.

Die Einschränkung der Öffnungszeiten in den Museen sind ab 2014 mit jährlich 43 750 Euro weniger Ausgaben angegeben. „Es gibt im Haus Erhebungen, dass der Dienstag und der Freitag besucherschwache Tage sind. Wir favorisieren zum Beispiel den Dienstag, weil montags ohnehin geschlossen ist. Wir müssen jetzt aus der Eigenlogik heraus Maßnahmen entwickeln und vorstellen. Das ist ein langfristiger Umstrukturierungsprozess“, so Trox. Ausgenommen von den Sparmaßnahmen ist beispielsweise auch der Bremecker Hammer nicht: Aufwandsreduzierung Bremecker Hammer heißt es unter Punkt 131 des Maßnahmenkatalogs. Einsparungsziel bis 2015: 8300 Euro. Trox: „Mittelfristig bedeutet das, dass wir personell und sachlich reduzieren müssen. Unsere Aufgabe als Museum ist es, trotzdem den Verfall abzuwenden und Betrieb und Bausubstanz zu sichern. Das heißt aber auch, dass wir die Saison dort anders planen können, zum Beispiel durch an die Witterung in Lüdenscheid angepasste Öffnungszeiten.“ - rudi

Rubriklistenbild: © Rudewig

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