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Sparkassenfusion: Ratsherr hätte sich „Diskussion mit allen Ratsmitgliedern“ gewünscht

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Von: Thomas Machatzke

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Vorstand Sparkasse Lüdenscheid Haering Hacke
Der Sparkassenvorstand - Thorsten Haering und Markus Hacke - hofft auf grünes Licht von den Kommunen. © Machatzke, Thomas

Wenn in Lüdenscheid am Montag im Rat über die Sparkassenfusion abgestimmt wird, dann gibt es zwei Klassen von Abstimmenden: Die besser und die weniger gut Informierten.

Lüdenscheid – Als am Mittwoch die Vertreter aus Lüdenscheid, Herscheid, Halver und Schalksmühle im Kulturhaus dem Vortrag des Sparkassen-Vorstands zur Fusion mit der Sparkasse Hagen-Herdecke zur neuen „Sparkasse von Volme und Ruhr“ lauschten, da waren aus der Lüdenscheider Ratsarbeit die Mitglieder des Haupt- und Finanzauschusses und des Ausschusses für Beteiligungen, Finanzentwicklung und Verwaltungsmodernisierung dabei.

Und Michael Dregger. Der CDU-Ratsherr hatte sich selbst eingeladen und mit Blick auf die wichtige Entscheidung im Rat der Stadt am 20. Juni die Unterlagen eingefordert. Dem war die Verwaltung nachgekommen.

Viele andere Ratsmitglieder, die in keinem der beiden eingeladenen Ausschüsse sind, werden am Montag aber nun über die Fusion abstimmen müssen und haben zum Beispiel den Vortrag des Sparkassen-Vorstands vom Mittwoch nicht gehört. Eine Präsentation, die gar nicht an die übrigen Mitglieder des Rates weitergegeben werden sollte. Auf Nachfrage indes hat man das Papier nun abgespeckt und doch weitergegeben.

„Ich persönlich hätte mir eine Diskussion mit allen Ratsmitgliedern zu diesem Thema gewünscht“, sagt Dregger und findet es wie andere Ratsmitglieder nicht gut, dass am Montag nicht alle Mitglieder des Stadtrates denselben Kenntnisstand haben, „die Kommunikation ist schlecht gewesen“, sagt er und lastet dies nicht der Sparkasse an. In Lüdenscheid ist im politischen Raum anders als in benachbarten Kommunen die große Diskussion im Vorfeld der Entscheidung vermieden worden.

Ob sie am Montag noch folgt? Es ist fraglich. „Der Ablauf gefällt mir nicht“, sagt Dregger jedenfalls, der seine Kritik keineswegs inhaltlich verstanden wissen will, „die Zeiträume sind viel zu eng.“

Im Kulturhaus am Mittwoch ist den Gästen aus den Kommunen, die nun allesamt grünes Licht geben sollen, damit die Fusion am 24. Juni in der Zweckverbandsversammlung durchgeht, ein Szenario dargestellt worden, wo die neue Sparkasse in acht Jahren stehen möchte. Ein Szenario, das die betriebswirtschaftlichen Gründe gut abbildet.

Allein: Ein Szenario, wo die Sparkasse Lüdenscheid alleine in diesem Zeitraum stehen würde, gibt es genausowenig wie ein Szenario einer Fusion in den politischen Grenzen des Kreises, also zum Beispiel mit Plettenberg oder Kierspe-Meinerzhagen. Der Denkkorridor ist sehr eingeengt.

Mitarbeiter der Sparkasse in Sorge

Dazu hat die Veröffentlichung des Vertragswerkes, wie aus anderen Quellen zu hören ist, Ängste der Mitarbeiter genährt. Das Gefühl, das Lüdenscheid quasi von Hagen übernommen wird, gibt es verbreitet. Es wird befeuert durch die drohende Verschlechterung der Homeoffice-Regelungen für Lüdenscheider.

Es gibt auch noch keine Regelungen für Parkzuschüsse für die Lüdenscheider, die demnächst nach Hagen müssen. Auch die gelebte Praxis in Lüdenscheid, zusätzlich Urlaub „kaufen zu können“ soll dem Vernehmen nach erst mal für zwei Jahre ausgesetzt werden. Warum? In Hagen kennt man diese Praxis nicht.

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