Sparkassen-Vorstand Markus Hacke besucht Asylsuchende im Unterricht

Deutschkurs für Asylbewerber bei der VHS.

Lüdenscheid - Hassan O. ist 17. Vor vier Monaten kam er unbegleitet aus Syrien nach Deutschland. Er spricht weitestgehend fehlerfrei und besucht die neunte Klasse der Realschule. „Ich verstehe alles“, sagt er Sparkassen-Vorstand Markus Hacke beim Termin in der Volkshochschule.

Hassan O. ist einer von etwa 20 Flüchtlingen, die bei Dozentin Martina Margeit Deutsch lernen. Ihre Schüler kommen aus Serbien und aus Ägypten, aus Eritrea und Syrien. Einen Anspruch darauf, die deutsche Sprache zu lernen, haben sie nicht. Möglich macht es ihnen die Sparkasse, ohne deren Kofinanzierung diese Kurse nicht zustande kämen, wie VHS-Leiter Andreas Hostert deutlich macht. Und Hacke will sich im Alten Rathaus ein Bild machen von den Menschen, die das Institut mit der Spende unterstützt. „Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die hier trotz der Ungewissheit ihres Asylverfahrens versuchen, unsere Sprache zu lernen. Das bewegt uns.“

Die Sparkasse ist nicht der einzige Geldgeber. Die Finanzierung der Kurse, die Honorare des durchgängig zertifizierten Lehrpersonals erfolgt aus verschiedenen Quellen. Auch die Rotarier und Soroptimistinnen springen ein. Einige wenige der Asylbewerber sind Selbstzahler. Weil sie kein Konto haben, gerät das Zahlungssystem der VHS ein wenig an die Grenzen.

Allen Schülern gemein ist, dass sie von sich aus zur Volkshochschule kommen. Fünf von ihnen aus einem der drei aktuellen Kurse fahren zweimal in der Woche mit dem Bus aus Neuenrade. Auf diese Busfahrten sparen sie hin. Hoch motiviert seien alle, sagt Martina Margeit von ihrer Klasse. Auch die sonst eigentlich bei der VHS nicht üblichen Hausaufgaben werden ordnungsgemäß erledigt. Alltagsgerechtes, situationsbezogenes Deutsch steht auf dem Lehrplan. Einige der Schüler erhalten in Kürze ein Zertifikat über 100 beziehungsweise 120 Stunden Kursbesuch.

Wie lange die VHS das Angebot halten kann, lässt Hostert offen. Es gebe die Absichtserklärung, dass für den Unterricht reguläre Mittel bereitgestellt werden. Geflossen ist bislang noch nichts. Das ist ein Problem für die VHS, mehr aber noch für die Klienten, die in die Kurse wollen, aber nicht können. 165 Menschen stehen auf der Warteliste, davon 28 auf einen Asylbewerberkurs, 96 für allgemeine Integrationskurse und 41 für die sogenannten Alphakurse, in denen Menschen aus anderen Kulturkreisen überhaupt erst das Lesen und Schreiben vermittelt wird.

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