Sparkassen-Azubis organisieren Fußballturnier für Flüchtlinge

Dominik Scheffke (l.) und Arlind Dervishi absolvieren ihre Ausbildung bei der Sparkasse Lüdenscheid. Sie organisierten das Fußballturnier für die Flüchtlinge.

Lüdenscheid - Die Stimmung ist sehr gut, die Sonne scheint. Und auch wenn die beiden Flüchtlingsmannschaften beim Fußballturnier auf dem Nebenplatz des Nattenberg-Stadions an diesem Samstagnachmittag nicht den Einzug ins Finale schaffen – Spaß haben die Kicker aller Mannschaften und auch die Zuschauer am Spielfeldrand.

Fünf Mannschaften kämpfen um den Pokal. Neben den Flüchtlingsmannschaften I und II sind die Sparkasse Lüdenscheid, die Lüdenscheider Polizei und ein Team von „Netzwerk hilft“ am Start.

Dominik Scheffke und Arlind Dervishi sind begeistert. Die beiden Sparkassen-Azubis haben das Turnier geplant: „Eigentlich hatten wir die Idee, ein Freundschaftsspiel zu organisieren: Sparkasse gegen Flüchtlinge. Aber dann haben wir Kontakt zur Flüchtlingsinitiative und zur Sportgruppe von Sylvain Olievier aufgenommen. Und dann wurde aus einem Freundschaftsspiel ganz schnell ein Fußballturnier.“

Auch David Macipe, Ausbildungsleiter bei der Lüdenscheider Sparkasse, freut sich über den Erfolg der Veranstaltung. Ganz bewusst entschied er sich mit seinen beiden Azubis dafür, das Turnier nicht in großem Rahmen in der Öffentlichkeit anzukündigen. „Es gibt ja immer wieder ein paar Menschen, die die Flüchtlingsthematik negativ sehen. Und von denen wollen wir uns den Tag und das Turnier auf gar keinen Fall verderben lassen. Wir wollen Spaß haben – ohne Einschränkungen. Deshalb haben wir die Teams und ihre Familien, die Flüchtlinge und ihre ehrenamtlichen Unterstützer eingeladen. Wir machen hier Integration im Kleinen.“

Es gehe um die Flüchtlinge – und darum, dass sie einen schönen Tag voller Spaß, Freude und Begegnung erleben können. Das betonen Domink Scheffke und Arlind Dervishi, die mit Flyern in deutscher, englischer und arabischer Sprache durch die Flüchtlingsunterkünfte der Bergstadt gegangen sind, um die Flüchtlinge persönlich zum Fußballturnier einzuladen. Die Reaktionen auf diese Einladung haben die beiden jungen Männer nachhaltig beeindruckt. „Die Menschen waren glücklich, die haben sich riesig gefreut. Sie haben in den Heimen nicht viel Abwechslung. Da war ihnen unsere Einladung offenbar sehr willkommen.“

Mit einigen der Flüchtlinge kamen Dominik Scheffke und Arlind Dervishi auch persönlich ins Gespräch. „Ein Mann aus dem Irak hat uns erzählt, dass er Automechaniker ist und sich in Lüdenscheider Werkstätten beworben hat. Wir haben ihm dann ein paar Tipps gegeben, wie man so eine Bewerbung in Deutschland angeht, damit sie auch Erfolg hat.“

Währenddessen feuert Sylvain Olievier „seine Jungs“ der Mannschaft „Flüchtlinge I“ an. Jeden Montag trainiert der ehrenamtliche Helfer mit 30 bis 36 Flüchtlingen im Nattenberg-Stadion. Jeden Montag? „Nein, jetzt mussten wir drei Wochen Pause machen. Ostermontag konnten wir nicht trainieren. Und dannwar der Übungsleiter auf einer Fortbildung. Ohne ihn dürfen wir aber nicht ins Stadion. Das ist keine besonders gute Regelung“, erklärt Sylvain Olievier. Durch die Pause seien seine Spieler nicht in Topform – „und deshalb können wir heute auch nicht gewinnen.“

Trotzdem: Die Idee der Sparkassen-Azubis und die Einladung zum Fußballturnier lobt Sylvain Olievier ausdrücklich. „Meine Spieler sind glücklich. Und ich auch. Jetzt wissen wir endlich alle, warum wir hier im Rahmen der Sportgruppe trainieren.“

Muhamet Llumnica aus dem Kosovo ist einer von Sylvain Olieviers „Jungs“. Stolz trägt er das Trikot, das die Sparkasse allen Spielern der Mannschaft „Flüchtlinge I“ geschenkt hat. Vor allem die Farben des Trikots haben es dem jungen Mann angetan. „Ich finde den BVB toll. Und heute trage ich auch Schwarz-Gelb – genau wie die Dortmunder Spieler.“

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