Sparkasse sieht Sponsoring zunächst nicht gefährdet

Sparkassenvorstand Udo Lütteken trug bei der Sparkassenzweckverbandsversammlung den Jahresbericht 2011 vor.

LÜDENSCHEID ▪ Die Wirtschaft im märkischen Südwestfalen ist trotz der Krise und Unsicherheiten im Euro-Raum solide gewachsen. Das stellte Sparkassenvorstand Udo Lütteken in seinem Jahresbericht 2011 vor der Zweckverbandsversammlung der Sparkasse am Freitag fest, von der er im Anschluss einstimmig Entlastung bekam.

Trotz der spürbaren konjunkturellen Abkühlung auch in Deutschland blieb demnach der große Einbruch vor Ort aus. Die Bilanzsumme der Sparkasse Lüdenscheid ging nur leicht auf rund 1,6 Milliarden Euro zurück. Die Forderungen an Kunden, so heißt es im Bericht weiter, seien 2011 nahezu unverändert geblieben.

Beim Kreditneugeschäft wurden gut 30 Millionen Euro mehr als im Vorjahr ausgezahlt, insgesamt 166,3 Millionen Euro. Die Auszahlungen an private Haushalte stiegen um 7,4 Millionen (9,7 Prozent) auf 82,5 Millionen Euro. Die Auszahlungen an Unternehmen und Selbstständige stiegen um 37,8 Prozent, und die Darlehensauszahlungen zur Finanzierung des Wohnungsbaus um 13 auf 85,2 Millionen Euro. Allerdings gehe die Zahl der langfristigen Ausleihen an private Haushalte zurück. Einen Grund dafür sieht die Sparkasse in einem „Mangel an Impulsen im Wohnungsbaumarkt“. Mit signifikantem Wachstum rechne man bei den Wohnungsbaudarlehen aufgrund der demographischen Aussichten nicht. Das Bauspargeschäft blieb mit einem Absatz von 32,4 Millionen Euro Bausparsumme auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. Die Kundeneinlagen seien zum Bilanzstichtag um insgesamt 34,4 Millionen Euro (2,5 Prozent) gegenüber dem Vorjahresergebnis gesunken. Kunden, die Geld hätten anlegen wollen, hätten vor allem Wert auf Flexibilität und Sicherheit gelegt.

Abseits nackter Zahlen betont das Institut seine besondere Verbundenheit mit der und Verpflichtung für die Region. Das merke man, so Lütteken in seiner letzten Rede vor diesem Gremium vor seinem Ausscheiden im Dezember, auch am gesellschaftlichen Engagement. Er nannte als Beispiel die Bürgerstiftung: „Ohne die Spenden aus Sparkassenmitteln würden sich viele gute Projekte verzögern oder gar nicht realisieren lassen.“ Am Rande der Veranstaltung ging er auch auf die erstmalig verlangte Gewinnabführung für klamme Trägerkommunen ein und die möglichen Folgen fürs Sponsoring: „Auch wir können das Geld nur einmal ausgeben.“ Aber er sei zuversichtlich, dass trotzdem das Sponsoring in der bisherigen Form bestehen bleiben könne, zumal, so die Befürchtung, die Nachfrage eher steigen werde. Wichtig sei, meint Udo Lütteken, dass die gewünschte Gewinnausschüttung gedeckelt werde.

Auch für Existenzgründer in der Region sieht sich das Geldinstitut mit seinen noch 449 Mitarbeitern (leicht auf 21,5 Millionen Euro gestiegene Personalkosten) als erster Ansprechpartner. 2011 habe man 37 Existenzgründer beraten und davon 19 Gründungen/ Betriebsübernahmen (und 137 Arbeitsplätze) mit 3,3 Millionen Euro finanziert.

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