Sparkasse Lüdenscheid will sparen

Markus Hacke (links) und Thorsten Haering referierten.

Lüdenscheid - Die Zahlen stimmen, die Stimmung der Unternehmen ist gut: Das vermittelte Sparkassenvorstand Thorsten Haering am Freitag den Mitgliedern der Zweckverbandsversammlung. Doch unbeschwert geht das heimische Kreditinstitut trotzdem nicht in die nächsten Jahre. Krisen werfen Schatten, der Druck auf die Erlöse, auch vor Ort, nimmt zu.

Die Bilanzsumme der Sparkasse erhöhte sich demnach 2015 um 75,3 Millionen Euro (4,2 Prozent) auf rund 1,9 Milliarden Euro, womit man deutlich über dem erwarteten Wert liege, so Haering. Stark angestiegen seien die Darlehenszusagen auf rund 235 Millionen Euro; Darlehenszusagen zur Wohnungsbau-Finanzierung erhöhten sich um sieben Prozent auf 97 Millionen Euro: die Zahl der Immobilienvermittlungen stieg. Auch von Privatpersonen gebe es eine anhaltende Nachfrage nach langfristigen Darlehen; hier sei das zugesagte Kreditvolumen um 7,8 Prozent auf rund 97 Millionen gestiegen. Darlehenszusagen an Unternehmen und Selbstständige stiegen um elf Prozent auf rund 113 Millionen Euro. Die Investitionsbereitschaft steigt. Für dieses Jahr rechnet die Sparkasse daher mit einem weiteren Wachstum im Kreditgeschäft.

Die Niedrigzinsphase schmälert gleichwohl die Gewinne: Der Zinsüberschuss reduzierte sich im Vergleich zu 2014 um 4,9 Prozent auf 42,5 Millionen Euro. Der Bestand an Spareinlagen schrumpfte um 2,5 Millionen Euro. Gleichzeitig werde die Rolle der Sparkasse immer wichtiger, „gesellschaftliche und soziale Verantwortung zu übernehmen“, so Haering. Mit mehr als 1,4 Millionen Euro Spenden im Verbandsgebiet, darunter 500 000 Stiftungs-Euro an Schulen, habe man helfen können.

Das solle auch so bleiben, betonte Vorstandsvorsitzender Markus Hacke, man wolle verlässlicher Partner in den Kommunen sein. Doch „in diesen bewegten Zeiten“ wird es für die Sparkasse schwieriger, das Geld auch dafür zu verdienen. Er skizzierte die großen Herausforderungen, vor der das Institut stehe und gab Antworten, wie man dem Druck zu begegnen denkt. Weniger und ältere Kunden, Verlagerung der Bankgeschäfte aus den Filialen auf Smartphone und Co., steigende Verbraucherschutzvorgaben sowie neue Wettbewerber aus dem Netz („Die greifen uns an“) – das alles hat Auswirkungen vor Ort. „Kosten senken, Marktanteile halten“ lautet das Credo. Also wird es Geschäftsstellenabbau und weitere Modernisierung geben, Personal wird – ohne betriebsbedingte Kündigungen – reduziert. Noch allerdings zählt sich die Sparkasse mit 418 Mitarbeitern zu den großen Arbeitgebern. Intern habe man begonnen, „zukunftsorientierte Strukturen“ zu schaffen.

Die Versammlung honorierte den Jahresabschluss und den Ausblick mit Applaus, erteilte einstimmig Entlastung und wählte ebenfalls einstimmig Halvers Bürgermeister Michael Brosch zum neuen zweiten Stellvertreter für den Vorsitzenden der Verbandsversammlung.

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