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Sparkasse Lüdenscheid denkt über Fusion nach

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Von: Susanne Kornau

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Die Sparkasse Lüdenscheid (hier die Hauptstelle am Sauerfeld) und die Sparkasse Hagen/Herdecke sprechen über verschiedene Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit.
Die Sparkasse Lüdenscheid (hier die Hauptstelle am Sauerfeld) und die Sparkasse Hagen/Herdecke sprechen über verschiedene Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit. © Bettina Görlitzer

Das Vokabular ist noch so unverbindlich wie die ersten Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss der Sparkasse Lüdenscheid mit der Sparkasse Hagen/Herdecke: „Klar ist noch nichts zum jetzigen Zeitpunkt“, sagte Markus Hacke, Vorstandssprecher der Sparkasse Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Über erste Anzeichen für eine weitere Fusion im heimischen Bankenmarkt hatte die Hagener Westfalenpost berichtet. Markus Hacke bestätigte ein „erstes Vorgespräch auf neutralem Gebiet“ zwischen Vorständen, Verwaltungsratsmitgliedern und den Bürgermeistern der entsprechenden Städte und Gemeinden. Dabei sei es um eine denkbare Zusammenarbeit gegangen. Darüber habe man die Mitarbeiter informiert; für den 16. November sei eine Sondersitzung des Verwaltungsrates vorgesehen: „Dann werden wir weiter sehen.“

Auf jeden Fall habe man über mögliche Arten der Zusammenarbeit bereits seit einer ganzen Weile geredet. Nun ist offenbar der nächste Schritt getan und die Möglichkeit einer Fusion im Gespräch. Man habe weitere Gespräche vereinbart, so Hacke. Dabei sehen sich die Lüdenscheider auf Augenhöhe mit den Nachbarn, die nach der Fusion mit Herdecke vor fünf Jahren eine etwas höhere Bilanzsumme als Lüdenscheid aufweisen: rund 3,5 Milliarden gegenüber gut 2,3 Milliarden Euro. Hagen/Herdecke kommt auf rund 500 Mitarbeiter; Lüdenscheid laut Hacke auf rund 360.

Viele Herausforderungen

In die Gespräche gehen beide Seiten offenbar selbstbewusst. Grundsätzlich handele es sich um zwei selbstständige, gesunde Unternehmen, so Hacke. Daher seien die Gespräche „ergebnisoffen, das heißt, da steckt noch viel Arbeit drin“. Lüdenscheid präsentiert sich dabei als „grundsolide Sparkasse“, für die die „Kundennähe ganz entscheidend“ sei. Und: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Es ist ja viel passiert in den letzten Jahren“, betont Hacke. Die Reaktion auf zunehmende Verlagerung ins Online-Geschäft, Filialschließungen und -ersatz durch Automatenstandorte – das sei alles bereits geschehen, betont er. Daher gebe es keinen Handlungszwang, aber eben wesentliche Herausforderungen, denen sich Geldinstitute zu stellen hätten. Hacke nennt Stichworte wie Niedrigzinsphase, voranschreitende Regulatorik sowie das Thema Nachhaltigkeit, bei dem man vorankommen müsse: „Wir begleiten unsere Kunden auf dem Weg. Und das ist auch eine Herausforderung im Kreditbereich.“

Dass man gemeinsam eben stärker ist, machen auch Sparkassen landauf, landab vor. So berichtet die Sparkassen-Zeitung von einem anhaltenden Trend zu Fusionen und nennt als aktuelle Zahl vom Anfang des Jahres 372 Sparkasseninstitute. Zum Vergleich: Ende 2018 waren es 385, Ende 2019 demnach 379. Durch Zusammenschlüsse verändert sich auch die Rangfolge der stärksten Sparkassen. Nach einer Auflistung des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe von Dezember 2020 liegt Lüdenscheid unter 57 Instituten auf Platz 20 und Hagen/Herdecke auf Platz 12. Angeführt wird die Liste von Münster (Bilanzsumme 11,5 Mrd. Euro). Käme es zu einer Fusion, würde die neue Gemeinschaft nach derzeitigem Stand unter den ersten zehn Instituten in Westfalen-Lippe landen.

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