Sparkasse: Irritation über Diskussion um Gebühren

Fremdkunden, die die Geldautomaten der Sparkasse nutzen, müssen eine hohe Gebühr zahlen.

LÜDENSCHEID ▪ Wer nicht Kunde der Sparkasse ist, aber dennoch deren Geldautomaten-Service nutzt, muss fürs „Fremdgehen“ eine Gebühr berappen. Um die Höhe dieser Gebühr ist jetzt ein Streit ausgebrochen.

Wer seiner Bank untreu ist oder werden muss, weil sie keinen Geldautomaten in der Nähe zur Verfügung stellt und daher das Netz der Sparkasse nutzt, muss nach Angaben von Marketing-Chef Thomas Meermann 8,50 bis zehn Euro für das Abheben eines Geldbetrages bezahlen. „Diese Kosten werden aber nicht dem Kunden in Rechnung gestellt, sondern der Fremdbank. Wie die dann damit verfährt, ob sie sie zum Beispiel an ihren Kunden weitergibt, ist deren Sache.“

Die Auszahlungen an Fremdkunden belaufen sich allerdings auf nur 2,5 Prozent, so Meermann. Das waren im vergangenen Jahr 50 000, denn insgesamt wurden die Geldautomaten der Sparkassen in Lüdenscheid, Halver, Schalksmühle und Herscheid zwei Millionen Mal frequentiert. Und damit argumentiert die Sparkasse auch, wenn sie eine Verminderung der Gebühren für Fremdabhebungen als nicht nachvollziehbar einstuft: „Wir haben an 26 Standorten ein ausgedehntes Netz mit 40 Geldautomaten gesponnen, um unseren Kunden einen guten Service zu bieten. Wenn sich andere Institute dagegen aus der Fläche zurückziehen, ist das halt deren Geschäftsmodell. Aber für die Nutzung durch Fremdkunden müssen wir eine Gebühr erheben, deren Höhe auch mit den Kosten zusammenhängen, die wir für den Aufbau der Geldautomaten, die Wartung, die Installation von Videoüberwachung, die Ausstattung oder Mietkosten bezahlen.“ So habe die Sparkasse im Stern-Center quasi eine kleine Geschäftsstelle eingerichtet, für die natürlich Miete fällig werde. Zudem sei pro Tag im Prinzip eine Arbeitskraft mit der Befüllung der Automaten beschäftigt, um die rund 60 000 Privatgirokunden bei Bedarf zu versorgen.

Die Kosten für einen Geldautomaten kann Meermann nicht beziffern. Das sei je nach Ausstattung des Umfeldes unterschiedlich. Aber ein Gerät entspreche schon dem Preis eines Klein- oder auch Mittelklassewagens.

Das Bundeskartellamt hält übrigens eine Gebühr von 30 Cent bis einem Euro für realistisch. Dies seien gerade mal die Buchungskosten für die Rechnungszentrale, meint Thomas Meermann. „Das ist völlig unrealistisch.“

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