Sparkasse: Bilanz 2010 übertrifft Erwartungen

Sichtlich zufrieden mit dem Jahr 2010: Der Sparkassen-Vorstand mit (v.l.) Lothar Kiera, Udo Lütteken und Klaus Erger.

LÜDENSCHEID - Vier Pralinen gab es gestern für jedes Mitglied der Sparkassen-Zweckverbandsversammlung in der Lüdenscheider Hauptstelle. Garniert war die kleine rote Schachtel mit dem Focus-Money-Testergebnis als „Beste Bank in Lüdenscheid“.

Zufriedenheit strahlte denn auch Udo Lütteken als Vorstandsvorsitzender aus, als er die Jahresbilanz 2010 vorstellte. Sie weist bei einer von 1,8 auf 1,67 Milliarden Euro gesunkenen Bilanzsumme einen Gewinn von 850 000 Euro aus. Die Bilanzsumme sank vor allem wegen auslaufender Offenmarktgeschäfte im Volumen von 100,5 Millionen Euro. Der Gewinn fließt in die Rücklage. Die Organe der Sparkasse wurden von den Vertretern der Kommunen Lüdenscheid, Halver, Herscheid und Schalksmühle einstimmig entlastet.

Am Ende habe das abgelaufene Geschäftsjahr die Erwartungen übertroffen, sagte Lütteken. Dafür sorgte der allgemeine Aufwärtstrend in der Wirtschaft, im einzelnen führte die Erfolgsbilanz indes Licht und Schatten auf. So konnte die Sparkasse neue Darlehen an Privatkunden um 3,5 Prozent steigern, die Auszahlungen an Firmen gingen dagegen um 16,2 Prozent gegenüber 2009 zurück. 15 Existenzgründungen mit 26 neuen Arbeitsplätzen wurden 2010 mit rund einer Million Euro finanziert. Insgesamt vergab man 135,5 Millionen Euro an frischen Krediten.

Uneinheitlich zeigte sich auch das Dienstleistungsgeschäft: Einem Plus bei privaten Pflegezusatzversicherungen steht ein Minus bei den Lebensversicherungen gegenüber, Altersvorsorgeverträge stagnierten auf niedrigem Niveau. Das Riestern blieb allerdings gefragt – auch beim Bausparen, das im Absatz auf 33 Millionen Euro zulegte: Viele Kunden verlangten nach langfristiger Zinssicherung, erläuterte Lütteken.

Mit 42 Prozent ging es im Werpapiergeschäft kräftig bergauf – dank der Kurssteigerungen bei deutschen Aktien. Der Bruttoumsatz im Fondsgeschäft lag 2010 bei 102,4 Millionen Euro, laut Lütteken „hervorragend“.

De Zinsüberschuss der Sparkasse blieb mit 49,3 Millionen Euro unverändert, da Zinserträge wie -aufwendungen gleichermaßen sanken. Die Personalkosten wurden um 1,7 auf 21,1 Millionen Euro gesenkt. Über Altersteilzeitverträge wolle die Sparkasse ihren Personalbestand „sozialverträglich“ weiter verringern.

An Gewerbesteuern zahlt das Institut für 2010 gut zwei Millionen Euro an die Stadt Lüdenscheid, 231 000 Euro an Halver, 42 000 an Herscheid und 201 000 an Schalksmühle.

1,7 Millionen Euro spendete die Sparkasse im letzten Jahr, erhöhte das Kapital ihrer Bürgerstiftung um 500 000 auf 3,6 Millionen Euro und sponserte mit 169 000 Euro viele Wettkämpfe und Veranstaltungen, auch die Lichtrouten. Lütteken nannte zudem die Knax-Party, die Schülerfußball-Meisterschaft, das  Sparkassen-Theater und den Kleinkunstpreis.

2011 erwarte man ein höheres Darlehens-Neugeschäft und weitere Zuwächse bei Wertpapieren, aber wegen des sinkenden Zinsüberschusses ein gleichfalls sinkendes Betriebsergebnis. Zudem würden künftige Gewinne durch das Ansparen für die indirekte Haftung bei der Abwicklung der WestLB belastet, ebenso durch Basel III, die Bankenabgabe und Mehrausgaben zur Einlagensicherung. Auch deshalb müsse die Eigenkapitalbasis „kontinuierlich gestärkt“ werden.

Zugleich will die Sparkasse 2011 hohe Fälligkeitsbeträge der Geldanlagen im Haus halten.

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