Sparing gibt Ausstand im Sparkassen-Theater

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Das „Neue Ensemble“ bedankte sich bei Rudolf Sparing (links) für die kreative und fruchtbare Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. Aufs Altenteil zurückziehen will sich der ehemalige Kulturhausleiter aber noch nicht.

LÜDENSCHEID ▪ Das „Theater in der Sparkasse“ ist eine echte Erfolgsgeschichte: Seit 2006 wurden sieben erfolgreiche Stücke vor meist ausverkauftem Haus gespielt, insgesamt mehr als 6000 Besucher ließen sich von dem Ensemble um den ehemaligen Kulturhausleiter Rudolf Sparing bestens unterhalten.

Nun ist es jedoch für erfolgreichen Lüdenscheider Kulturschaffenden an der Zeit, Abschied zu nehmen. Im Anschluss an die finale Aufführung des Stückes „Herr Müller-Lüdenscheidt“, ein Potpourri bekannter Loriot-Sketche, feierte der Regisseur und Dramaturg in der Sparkasse seinen Abschied mit dem 17-köpfigen Ensemble und geladenen Gästen.

Ende 2005 wandte sich Sparing an Sparkassendirektor Udo Lütteken und Marketingleiter Thomas Meermann mit der Idee, ein „Zimmertheater“ in Räumen der Sparkasse auf die Beine zu stellen. Lütteken war von der Idee begeistert, und so feierte das „Theater in der Sparkasse“ 2006 mit dem Stück „Fisch zu viert“ seine erfolgreiche Premiere.

Das Ensemble rekrutierte Sparing überwiegend aus Darstellern, mit denen er schon als Kulturhausleiter erfolgreiche Eigenproduktionen auf die Beine gestellt hatte. Es folgte in jedem Jahr mindestens eine Produktion in dem gut 80 Zuschauer fassenden Mini-Theater. Nachdem „Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde“ 2007 erfolgreich zur Aufführung gelangte, stemmte das Ensemble 2008 sogar zwei Produktionen, nämlich die Stücke „Heiraten ist immer ein Risiko“ und „Dinner for one“. Nachfolgend kamen dann noch „Brave Diebe“ (2009) und „Loveletters“ (2010), bevor sich das Ensemble 2011 dann erstmals mit zunächst sechs Aufführungsabenden dem Thema „Loriot“ widmete.

Der Popularität dieses Ausnahmehumoristen und natürlich des Lüdenscheider Ensembles war es schließlich geschuldet, dass in diesem Jahr noch einmal fünf Aufführungen nachgelegt wurden – für Rudolf Sparing das endgültige Finale seiner Tätigkeit als verantwortlicher kreativer Kopf des „Sparkassentheaters“. Bei der Verabschiedung waren nicht nur der ebenfalls aus dem Amt scheidende Sparkassendirektor Udo Lütteken und Thomas Meermann anwesend – auch Bürgermeister Dieter Dzewas war an die Jockuschstraße gekommen. „Rudolf Sparing hat viel Gutes vom Kulturhaus zum ‚Theater in der Sparkasse’ hinübergerettet“, betonte er.

Selbstverständlich dankten auch die Mitglieder des Ensembles, größtenteils noch in den Kostümen der vorangegangenen Aufführung, Rudolf Sparing für die kreative und fruchtbare Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren und bedachten ihn mit zahlreichen Geschenken. Auch Sparing überreichte Udo Lütteken und Thomas Meermann eine kleine Erinnerung an das Ensemble des „Theaters in der Sparkasse“: Ein Martiniglas aus der Szene „Der Anstandsunterricht“ des Stückes „Herr Müller-Lüdenscheidt“ soll dauerhaft in der Sparkasse bleiben und an die Theaterzeiten erinnern.

Ob und wie es mit dem „Theater in der Sparkasse“ weitergeht, kann Thomas Meermann derzeit noch nicht sagen. „Im Moment wüsste ich noch niemanden, der die Arbeit in der gewohnten Qualität weiterführen kann“, so Meermann.

Rudolf Sparing möchte sich derweil, obwohl er insgesamt kürzer treten will, noch lange nicht aufs Altenteil zurückziehen. Weitere Projekte an unterschiedlichen Orten und in unregelmäßigen Abständen will er durchaus auch zukünftig noch in Angriff nehmen. ▪ bot

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