Bach, Haydn und Radermacher

+
Eine spannende Verbindung: Die Lüdenscheiderin interpretiert Bach und Radermacher. - Fotos: Rudewig

Lüdenscheid - „Die tiefen, warmen Töne, das ist mein Ding. Ich wollte immer Cello spielen. Was ich gewartet habe als Kind, bis ich endlich groß genug war für das Instrument...“ Ein schwerer großer Metallkoffer steht an diesem Morgen im Kammermusiksaal. Christa Radermacher hat ihr Cello mitgebracht, gut verpackt und geschützt gegen Wind, Wetter und andere Unbilden. Wenn sie hinter ihrem Cello Platz nimmt, wird sie eins mit dem Instrument.

Von Jutta Rudewig

Seit 1975 unterrichtet Christa Radermacher an der Musikschule Lüdenscheid. Sie ist die Tochter des deutschen Komponisten Professor Friedrich Radermacher, der im April dieses Jahres 90 Jahre alt wurde. Anlässlich seines Geburtstages gestalten Christa Radermacher (Cello) und ihre Tante Erika (Klavier) ein Konzert, in dem die Musik des Komponisten der Musik vergangener Epochen gegenüber gestellt wird. „Das macht den Reiz aus“, freut sich Christa Radermacher auf den 2. November. Ab 11.15 Uhr wird an diesem Tag im Kammermusiksaal musiziert. Mit dabei ist ihre bereits mit vielen Preisen ausgezeichnete Tante Erika. Die 77-Jährige lebt am Bieler See (Schweiz) und bereitet sich derzeit intensiv auf ihren Klaviervortrag vor. Sie war bis zu ihrer Pensionierung Professorin für Klavier an der Musikhochschule in Bern.

Eins mit ihrem Instrument: Christa Radermacher und ihr Cello. Am 2. November gibt sie ein Konzert.

Seit fünf Jahren spielt sie mit Nichte Christa in den Sommermonaten gemeinsam. In Lüdenscheid dargeboten werden Kompositionen von Haydn (1780) und Radermacher (1947). Am Bieler See wurde das Konzert bereits einmal aufgeführt, ein weiteres Mal wird am 31. Oktober in Hilden, dem Wohnsitz Professor Rademachers, gespielt und dann am 2. November in Lüdenscheid. „Mein Part wird ein Spaziergang zwischen Bach und Radermacher“, sagt die Musikschulpädagogin, die das erste Drittel des Konzertes bestreiten wird.

Den zweiten Teil bestreitet die Pianistin, bevor die beiden Musikerinnen gemeinsam Mendelssohn und Radermacher interpretieren. „Mendelssohn“, gerät Christa Radermacher ins Schwärmen, „das ist leidenschaftlich, aber auch still und mit einem peppigen Schluss, da freu ich mich drauf!“ Die Verbindung des Komponisten Radermacher nach Lüdenscheid besteht über seine Tochter. Friedrich Radermacher wurde am 14. April 1924 in Düren geboren. Schon während der Schulzeit war er als Leiter eines Jugendorchesters tätig.

Er studierte Komposition und Dirigieren, war im Raum Köln-Aachen als Chor- und Orchesterdirigent tätig. Seit seiner Pensionierung ist er ausschließlich als Komponist tätig und hat für die Musikschule in Lüdenscheid schon so manches komponiert: „Das ist eine tolle Zusammenarbeit. Der macht alles mit und alles möglich.“ Offiziellen Dank dafür erfährt Radermacher im kommenden Jahr im Rahmen der Festveranstaltung „50 Jahre Musikschule“. In seinem Wohnort Hilden, so sagt Tochter Christa, komponiert er noch jeden Tag: „Er war der erste bei uns, der an einem Computer saß. Und was den Umgang mit dem Notenschreibprogramm angeht, da macht der uns noch allen was vor.“

Bewusst hat man die Form der Sonntags-Matinee für das Konzert gewählt und so Raum geschaffen für die Musik, aber andererseits auch für ein gemütliches Beisammensein im Anschluss. Beginn ist um 11.15 Uhr, der Eintritt kostet sieben Euro, ermäßigt 3,50 Uhr. Der Erlös geht an den Förderverein der Musikschule.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare