SOS-Kita zieht in Ex-Sasse-Markt: Stadt fehlen 55 Kita-Plätze

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Sie planen bereits den Umbau und Umzug: Ursula Speckenbach (links), Fachdienst Jugendamt, Matthias Reuver (Mitte), Ralf Ziomkowski von der ZGW sowie Gabi Polle (rechts) und Bereichsleiterin Nici Gabriel.

Lüdenscheid – 55 Betreuungsplätze für Kinder werden weiterhin in Lüdenscheid fehlen. Der Plan, einen Kita-Standort am Hüttenberg und einen weiteren Im Olpendahl zu eröffnen, ist zumindest teilweise hinfällig.

Anders als geplant wird die SOS-Kindertagesstätte Pfützenhüpfer nicht in die Räume der ehemaligen Kita St. Hedwig am Hüttenberg in Gevelndorf ziehen. Stattdessen haben die Stadt und das SOS-Kinderdorf Sauerland als Träger einen neuen Standort gefunden. 

Die Planungen, weitere 55 dringend benötigte U3- und Ü3-Betreuungsplätze zu schaffen, sind damit allerdings hinfällig. Denn: Ausweichen wird die SOS-Kita an einen ursprünglich zusätzlich geplanten Kita-Standort Im Olpendahl. Die Zukunft des Standorts Hüttenberg ist wegen eines großen Sanierungsbedarfs vorerst unklar. 

Zum Hintergrund 

Nachdem der katholische Kita-Zweckverband im Bistum Essen die Trägerschaft der Kita St. Hedwig abgegeben hatte, hat das SOS Kinderdorf den Zuschlag der Stadt als künftiger Träger der Einrichtung erhalten.

„Uns war klar, dass es dort einen Sanierungsbedarf gibt“, erklärt Matthias Reuver als Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport. „Das haben wir mit dem Eigentümer des Gebäudes, St. Medardus, gut geregelt.“ 

Nach einer Begehung durch die ZGW (Zentrale Gebäudewirtschaft) seien aber weitere erhebliche Schäden bekannt geworden. „Das offizielle Gutachten steht noch aus, aber klar ist, dass eine Sanierung lange dauern wird.“ 

Die Umplanung 

Für die SOS-Kita waren das zunächst schlechte Nachrichten, denn die 40 Kinder und ihre Erzieher sind nur vorübergehend in die Pavillons an der Parkstraße gezogen. „Dort läuft es gut, aber es sollte nur ein Übergang sein“, sagt Gabi Polle, Leiterin des SOS Kinderdorfs. 

Die Arbeiten für den Umbau haben begonnen: Voraussichtlich im November wird die SOS-Kita in die Räume des ehemaligen Bürofachmarkts Sasse ziehen.

Derzeit sind zwei Gruppen in den Pavillons untergebracht, geplant waren am neuen Standort in Gevelndorf aber drei. „Wir mussten also überlegen, was wir machen, wenn es so lange dauert und unklar ist, was überhaupt aus dem Standort wird“, erklärt Reuver. 

Eine mögliche Alternative war relativ schnell gefunden: Der ehemalige Bürofachmarkt Sasse Im Olpendahl, der kürzlich seinen Standort gewechselt hat. 

Der Bedarf bleibt 

Der Haken: Ursprünglich war geplant, dort nach einem Umbau eine weitere Kita zu eröffnen, mit 55 Betreuungsplätzen, davon 16 für Mädchen und Jungen unter drei Jahren (wir berichteten). Diese Plätze werden vorerst weiter fehlen. 

Reuver: „Unser Wunsch ist, dass die ehemalige Kita St. Hedwig instandsetzbar ist und dort eine weitere Kita entstehen kann.“ Andernfalls werde sich die Stadt nach einer neuen Lösung umsehen müssen, um dem großen Bedarf an Plätzen nachzukommen. 

Umzug geplant

Für die SOS-Kita Pfützenhüpfer allerdings ist die Entwicklung in Anbetracht der Umstände glücklich: „Wir haben überlegt und das mit den Eltern besprochen, die ja eigentlich vom Standort Gevelndorf ausgegangen waren. Wir haben aber große Zustimmung bekommen“, sagt Gabi Polle. 

Ein weiterer Umzug sei nicht zumutbar, „wir planen jetzt langfristig mit dem Standort am Wehberg. Das ist ein tolles Gebäude und ein schönes Umfeld.“ Eine große Grünfläche befindet sich gleich hinter dem Gebäude. 

Noch freie Plätze

Statt im September wird der Umzug voraussichtlich im November erfolgen. Ab sofort werden Anmeldungen in den derzeitigen Räumen an der Parkstraße entgegengenommen. Einige Plätze für Vorschulkinder und U3-Kinder seien ab November noch frei. Wie es nach dem Umzug mit den Pavillons an der Parkstraße weitergehen wird, sei derweil noch unklar, sagt Reuver.

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