Sonneborn-Chef: „Das bleiben Top-Standorte“

Sonneborn-Geschäftsführer Thomas Hollweg: „Wir hätten den Schritt nicht gemacht, wenn wir es nicht vertreten könnten.“

Lüdenscheid - „Ich bin Lüdenscheider und werde hier mit meiner Familie bleiben. Wir hätten diesen Schritt nicht gemacht, wenn wir es nicht vertreten könnten“, sagt Geschäftsführer Thomas Hollweg auch im Namen seiner Mutter Margot Sonneborn als Mitgesellschafterin über den Verkauf des Möbelhauses an die europaweit agierende XXXLutz-Gruppe.

Von Florian Hesse

„Das ist natürlich nichts, was man freudig tut“, schildert Hollweg den Übergang, der mit emotional hoch bewegten Momenten verbunden gewesen sei. Er selbst sei 27 Jahre für das Haus tätig, seine Mutter Margot Sonneborn hätte am 1. April 50-jähriges Arbeitsjubiläum feiern können.

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Nichtsdestotrotz sei der Verkauf „der richtige Schritt zum richtigen Zeitpunkt“ gewesen. XXXLutz sei auf dem Weg, in einem fulminanten Konzentrationsprozess zum Marktführer in Deutschland zu werden. Sonneborn selbst, von der Größe her unter 9000 Anbietern in der Branche in den Top 30 angesiedelt, sei „für die Nische zu groß und für einen Platz unter den Top 5 zu klein“, so Hollweg. „Jetzt bringen wir Sonneborn als gesundes Unternehmen in ein gesundes Unternehmen ein, nicht als Sanierungsfall.“

Natürlich habe die Übernahme bei den Mitarbeitern für Verunsicherung gesorgt. In fünf Präsentationen an den Standorten sei es dem neuen Inhaber, Dr. Richard Seiffert, gelungen, den Kurs von XXXLutz und die Beweggründe für die Übernahme zu erklären und Sorgen auszuräumen. Alle Verträge, Sozialleistungen und Anwartschaften würden eins zu eins übernommen. Der neue Eigentümer sei an Sonneborn und Zimmermann (Freudenberg) als starken Standorten und regionalen Marken interessiert.

Sonneborn-Geschäftsführer Thomas Hollweg: „Wir hätten den Schritt nicht gemacht, wenn wir es nicht vertreten könnten.“

Zu einer weiteren Expansion wollte Hollweg sich im LN-Gespräch nicht äußern. Dies liege in der unternehmerischen Entscheidung von XXXLutz. Sonneborn hatte sich bereits 2011 ein Gelände im Hagener Süden gesichert mit der Möglichkeit, dort 36.000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu installieren.

Das Sortiment wird größer

Auf eine positive Veränderung könnten sich allerdings die Kunden von künftig „XXXL-Sonneborn“ freuen. Das Sortiment werde größer. „Und Möbel werden in Lüdenscheid, Iserlohn und Freudenberg günstiger“. Der neue Eigentümer sei als künftig wohl als größter Einkaufsverbund in Deutschland in der Lage, deutlich bessere Preise zu erzielen als einzelne Häuser oder kleine Verbünde es jemals könnten.

Diesem Preisdruck hätte auch Sonneborn auf lange Sicht kaum standhalten können. Das sei auch der Grund gewesen, in Hagen selbst nicht umgehend weiter zu wachsen. „Wo stehen wir in zehn Jahren?“, habe er gemeinsam mit seiner Mutter überlegt und sei dann zur Entscheidung gekommen, auf den vorhandenen Strukturen der Großen aufzubauen, die man selbst gar nicht schaffen könne. Mit dem Übergang sei für Mitarbeiter wie Kunden gewährleistet, „dass jeder Standort ein Top-Standort bleibt“. Die Entscheidung zum Rückzug sei im letzten Quartal 2014 gefallen. „Wir haben uns viele Standorte von XXXLutz angeschaut und überlegt, wie sie zur gewachsenen Sonneborn-Kultur passen. Es hat uns letztlich überzeugt.“

Hollweg will die Übergabe reibungslos abwickeln, „in Wertschätzung und mit Dankbarkeit gegenüber den Mitarbeitern“. Seine Mutter und er selbst werden sich Ende März nicht nur aus dem Geschäft, sondern komplett aus der Möbelbranche zurückziehen. Hollweg plant den Weg in eine neue Selbstständigkeit als Coach mit Seminarbetrieb, für betriebliches Gesundheitsmanagement und für Personalentwicklung.

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