Singer-Songwriter Jules Riding in der Friedenskirche

Songs, die vom Glauben zehren

Jules Riding trat bereits zum zweiten Mal in der Friedenskirche an der Berliner Straße auf.

Lüdenscheid - Der christliche Musiker und Liedermacher Jules Riding hat gleich in mehrfacher Hinsicht eine lange Reise hinter sich: Zum einen, um von seiner Heimat Neuseeland im Rahmen seiner Tour durch Deutschland und Großbritannien den Weg in die Friedenskirche in Lüdenscheid zu finden und dort ein Konzert zu geben, zum anderen aber auch, um sich aus einer jahrelangen Depression bis hin zu massiven Selbstmordgedanken herauszukämpfen.

Jules Riding ist deshalb nicht nur unterwegs, um den Menschen seine oft entschleunigten, nachdenklichen und in sich gekehrten Songs zu präsentieren, sondern auch, um seine Geschichte zu erzählen, wie sein Glaube an Gott ihn von der Last, die jahrelang auf seinen Schultern lag, befreite. „Innerhalb kürzester Zeit verlor ich alles, meinen Job, meine Familie und meinen christlichen Dienst“, erinnert sich der Singer-Songwriter, der auch Mitglied einer Baptistengemeinde in Neuseeland ist. Letztlich halfen ihm weniger die Behandlungen bei verschiedenen Therapeuten, die auch eine Misshandlung in der Kindheit aufarbeiten sollten, sondern der dreijährige, tägliche Gang in die Kirche zum Kreuz. Dieser habe ihm, so sein Bericht, eines Tages schlagartig von seinen Depressionen befreit. „An diesem Tag kam es das einzige mal in meinem Leben vor, dass ich in der menschenleeren Kirche getanzt habe“, erinnerte sich der Musiker.

Bereits 2013 war Jules Riding, dessen Werk inzwischen zwölf Alben umfasst, bei der Baptistengemeinde in der Friedenskirche mit einem Konzert zu Gast. Jules Riding verwendet in seinen Liedern oft Bibelzitate. Er untermalt sie mit Musik, die an die Protagonisten der 68er Generation wie Cat Stevens, Bob Dylan oder Paul Simon erinnert.

Während er im ersten Teil des Konzertes eine Auswahl seiner Songs wie „On This Night“, „Rivers“ oder „You Turned My Morning“ präsentierte, legte nicht nur er selbst in der zweiten Hälfte Zeugnis davon ab, wie ihn der Glaube an Gott aus einer Lebenskrise rettete, sondern auch seine Tourmanagerin Hannah C. Fairchild. Sie musste in ihrem Leben drei Fehlgeburten verkraften und erlitt dadurch mehrere Herzattacken. Durch ihren Glauben an Gott konnte sie neuen Lebensmut gewinnen.

Musikalisch begleitete Jules Riding diesen zweiten Teil seines Gigs mit Werken seines Doppelalbums „Cataclysm“. Der Begriff Kataklysmus bezeichnet eine alles umfassende Katastrophe, was sowohl auf allgemeine Ereignisse wie die Sintflut in der Bibel als auch auf persönliche, negative Lebenserfahrungen wie die Krisen Ridings und seiner Tourmanagerin bezogen werden kann. Beide haben ihre Erfahrungen in Büchern verarbeitet.

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