Fanclubs vor dem Neustart der Fußball-Bundesliga

Sofa statt Stadion: Fans aus MK vor Revierderby zwischen BVB und Schalke 04

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Bilder wie diese wird es erst einmal nicht geben. Die Bundesliga wird mit Geisterspielen fortgesetzt.

Märkischer Kreis - Am Samstag starten 1. und 2. Fußball-Bundesliga wieder mit dem Spielbetrieb. Im Mittelpunkt steht dabei das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04. Die heimischen Fanclubs äußern sich zum Neustart und erzählen, wie sie das Spiel ihres Teams verfolgen.

Aufatmen oder kein Verständnis? Die Wiederaufnahme des Spielbetriebes der 1. und 2. Fußball-Bundesliga sorgt für große Diskussionen. Selbst bei den heimischen Fanclubs ist man unterschiedlicher Meinung. Dennoch, die Mutter aller Derbys steht vor der Tür. Das Aufeinandertreffen von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04.

„Ich persönlich finde den Neustart der Bundesliga nicht richtig und unangemessen“, sagt Frank Hahm, Vorsitzender der Schalke Tigers. Dass die Existenz mancher Vereine am Neustart hängt, versteht er, hat dazu aber eine klare Meinung: „Wenn solche Vereine, wie ja auch der FC Schalke 04, nach zwei Monaten ohne Einnahmen schon in eine existenzbedrohende Lage geraten, dann ist das für mich einfach ein Management-Versäumnis.“ 

Toni Remic, Vorsitzender des BVB-Fanclubs Lüdenscheid Süd ist derweilen froh, dass sein Herzensverein Borussia Dortmund endlich wieder auf dem Platz steht, dennoch: „Es ist schon etwas komisch, so ohne Zuschauer und echte Stadionatmosphäre. Da fehlt einfach etwas.“ 

Ähnlich unterschiedlich wie die sportliche Gesinnung, ist auch die Situation bei den heimischen Fanclubs der beiden größten Ruhrgebiet-Clubs. Während der BVB-Fanclub Lüdenscheid Süd davon profitiert, einen Gastronomen als 1. Vorsitzenden zu haben, muss das Vereinsheim der Schalke Tigers weiterhin geschlossen bleiben. Deshalb werden sich die Mitglieder des blau-weißen Fanclubs das Revierderby im eigenen Wohnzimmer anschauen müssen, während die Borussen sich bei Toni Remic im Bistro Pub Piepersloh treffen können. „Wir haben normalerweise Platz für etwa 50 Personen. Wir haben das Bistro jetzt auf 15 bis 20 Personen reduziert“, sagt der Fanclub-Vorsitzende. 

Annähernd in der selben Situation wie der S04-Fanclub, befinden sich die Lüdenscheider Anhänger des Ligaprimus FC Bayern München. Der Fanclub La Bestia Negra wird sich am Sonntag nicht versammeln, um sich das Auswärtsspiel bei Union Berlin gemeinsam anzuschauen. „Normalerweise treffen wir uns immer bei Dahlmann. Das ist am Sonntag aber leider nicht möglich“, sagt Sandy-Ann Dembert, Vorsitzende der Lüdenscheider FCB-Anhänger. Zum Liga-Neustart sagt Dembert: „Das ist natürlich eine komische Atmosphäre, aber es muss bei den Vereinen ja auch weitergehen, deshalb freuen wir uns sehr darüber.“ Mit Blick auf das Revierderby sagt Hahm: „Das richtige Derbyfieber fehlt momentan.“ Ein großes Thema war in den vergangenen Wochen die Befürchtung, dass Fans trotz der Geisterspiele den Weg ins Stadionumfeld antreten werden, um ihre Mannschaft zumindest vor dem Stadion zu unterstützen. „Wir als Fanclub Schalke Tigers unterstützen solche Ideen in keiner Weise“, sagt Frank Hahm. 

Mitglieder des FC Bayern München-Fanclubs La Bestia Negra zusammen mit Bayern-Präsident Herbert Hainer (Mitte).

Gänzlich verzichten wollen die Königsblauen jedoch nicht auf ein gemeinsames Fußball-Erlebnis. „Im Moment findet das Vereinsleben leider nur in virtuellen Stammtischen oder Whats-App-Videokonferenzen statt. Auch am Derbytag werden wir so untereinander Kontakt halten“, sagt der Vorsitzende, der in der fanclub-internen Tipprunde einen gewagten Ausgang des Spiels prognostiziert: „Ich habe 6:3 für Schalke getippt. Ich hoffe da einfach, dass der Wahnsinn ausbricht, wie es letzte Saison in der Rückrunde war, als wir in Dortmund 4:2 gewonnen haben.“ Naturgemäß setzt Toni Remic auf einen Sieg seiner Borussia. Sein Tipp: Der BVB siegt mit 2:1. 

In der langen Geschichte der Revierderbys taucht im Übrigen auch die Stadt Lüdenscheid auf. Am 17. Juli 2001 gastierten beide Mannschaften im Nattenbergstadion und bestritten vor 15 300 Zuschauern das Halbfinale des DFB Ligapokals. Damals setzte sich S04 nach einem Doppelpack von Victor Agali und dem Anschlusstreffer von Fredi Bobic mit 2:1 durch

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