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So finden die Bautz-Macher den richtigen Mix fürs Line-Up 

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Von: Fabian Paffendorf

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Das Team Rhythmusgymnastik dürfte den Bautz-Besuchern von 2019 noch gut in Erinnerung geblieben sein.
Das Team Rhythmusgymnastik dürfte den Bautz-Besuchern von 2019 noch gut in Erinnerung geblieben sein. Damals sagten die Kölner noch im selben Jahr per Handschlag die erneute Teilnahme zu. © Cedric Nougrigat

Wie kommt ein Festival wie das Bautz zu einem standesgemäßen Line-Up? Der Mix macht’s, wie Phillip Nieland, Geschäftsführer des Lüdenscheider Stadtmarketing (LSM), weiß. Und um den hinzubekommen, greifen viele Rädchen im Hintergrund ineinander.

Lüdenscheid – „Der Anspruch mit dem wir bei den Planungen und dem Booking an den Start gehen, ist jener, dass wir wirklich ein Festival für jeden und für jedes Alter hinbekommen. Jüngere werden Nico Santos feiern, für die Älteren haben wir dann Afrob oder H-Blockx im Programm“, erklärt Phillip Nieland, der beim ersten Bautz auch schon im Orga-Team des Vereins Willi & Söhne aktiv war. Da es für einen allein kaum möglich wäre, Genre übergreifend Top-Acts und Geheimtipps aller Sparten im Blick zu haben, sei es wichtig, dass sich hinter den Kulissen bei der Planung die Synergien bündelten. „Schon vor dem ersten Festival wurden Kontakte geknüpft und erste Überlegungen mit den verschiedenen Akteuren von Willi & Söhne angestellt, was für das nächste Bautz infrage kommen könnte als Acts.“

Während Phillip Nieland selbst als ehemaliger Partyveranstalter und Clubbetreiber über eine jahrelange Erfahrung und Kontakte in die House- und Elektroszene verfügt, würden beim Booking für Acts anderer Genres die Kompetenzen weiterer Szenekenner greifen. So auch beim zweiten Bautz-Festival, bei dem Rene Pajer das Booking für die Rock- und Alternative-Acts inne hat, während DJ Eule als Hip-Hop-Kenner nicht nur die Jungs seines eigenen Labels Arjuna, sondern auch weitere namhafte Künstler mit einbrachte. Die gute Mischung ist beim Bautz die halbe Miete. Dass die zweite Auflage des Bautz den Erfolg des Auftaktfestivals 2019 wiederholen könne, sei derzeit absehbar und freue den LSM-Chef. „Nachdem die Absage des Festivals für 2020 raus war, hatten die Leute ja auch die Möglichkeit, die bereits gekauften Karten zurückzugeben. Aber es waren gerade einmal so viele, dass man die an einer Hand abzählen konnte. Das war schon erstaunlich“ sagt Phillip Nieland.

Ticketvorverkauf hat nochmals kräftig angezogen

Dass man an die Besucherzahlen des ersten Bautz-Festivals anknüpfen werde, sei bereits absehbar: „Seit April hat der Vorverkauf noch einmal kräftig angezogen. Kürzlich hatten wir auch den Fall, dass innerhalb eines Tages über 100 Tickets verkauft wurden.“ Der Run auf die Karten sei gegenwärtig alles andere als selbstverständlich, wenn man sich mal umsehe, was derzeit in der Veranstaltungsbranche los sei. „Nach zwei Jahren im Schatten von Corona haben viele in der Branche auf einen Hype gewartet, wenn es wieder live losgeht – aber der ist bis jetzt noch nicht eingetreten“, meint Nieland und verweist darauf, dass selbst aktuell wirklich angesagte Künstler Probleme hätten, genug Tickets für ihre Auftritte an den Mann oder die Frau zu bringen. „Wenn sogar ‘Kasalla’ ihre Tour aufgrund mangelnder Ticketnachfrage absagen müssen, dann sind wir mit der Resonanz, die das Bautz erfährt, wirklich außergewöhnlich gut unterwegs“, erklärt der LSM-Chef. Trotzdem sei unbestritten, dass Lockdowns & Co. auch Auswirkungen auf die Planungen des Bautz’ hatte.

„Man merkte es beim Booking, dass da viele vorsichtiger unterwegs sind. Manches was vorher ging, geht jetzt nicht“, meint Nieland. Und was hat beim Bautz 2022 denn dann nicht geklappt? – „Kurz gesagt: Es gibt nix, was da bis jetzt nicht geklappt hätte. Wir haben genau die Acts bekommen, hinter denen wir voll und ganz stehen können“, sagt Nieland – und fügt hinzu, dass es dennoch einen kleinen Wermutstropfen gebe: „Nachdem 2019 Evil Jared so großartig mit Team Rhythmusgymnastik gefeiert hatte, hätten wir uns sehr gefreut, wenn er diesmal erneut dabei wäre.“ Gespräche habe es gegeben und Jared wäre gern wieder gekommen, doch der verrückte DJ und Ex-Bassist der Bloodhound Gang müsse sich im August einer Operation in den USA unterziehen. Schade, aber vielleicht wird’s dann noch einmal was beim nächsten Bautz-Festival. 

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