Smartboards: Erste Grundschule in Lüdenscheid setzt auf digitale Tafeln

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Simon Strunk unterrichtet eine vierte Klasse an der Freien christlichen Grundschule in Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Kreidefinger und Tafeldienste gehören wohl schon bald zum Schultratsch von gestern – denn die Digitalisierung zieht langsam aber sicher auch in die Lüdenscheider Schulen ein.

Interaktive Whiteboards, also digitale Tafeln, gehören in manchen Klassenräumen schon fest zum Inventar – allerdings noch längst nicht überall. Das könnte sich 2019 ändern. 

Was auf dem Smartphone und Tablet schon seit mehr als einem Jahrzehnt möglich ist, ist es nun auch auf Schultafeln: Die Oberfläche der interaktiven Whiteboards reagiert auf Berührungen, Lernspiele und Tafelbilder lassen sich einfach per Fingerwisch umsetzen. 

Whiteboard als guter Kompromiss

Ganz ausgedient hat das klassische Tafelmodell aber nicht: „Das Whiteboard ist ein guter Kompromiss: mit einer interaktiven Innenfläche und Tafelflügeln, die mit abwaschbaren Stiften weiterhin beschrieben werden können“, weiß Simon Strunk. Er unterrichtet eine vierte Klasse an der Freien christlichen Grundschule Lüdenscheid – die einzige Grundschule vor Ort, die überhaupt Whiteboards hat und bis Anfang 2019 vollständig ausgestattet sein wird. 

„Bisher haben die dritten und vierten Klassen welche, bis Ende Januar sollen auch die ersten und zweiten Klassen Whiteboards bekommen.“ Für die Schule ein echter Gewinn, findet Strunk: „Sie bieten die Möglichkeit, den Unterricht zu verändern – aber das ist ein Prozess.“ Die ersten digitalen Tafeln hat die Grundschule Anfang des Jahres bekommen. 

"Einsatz wird weiter zunehmen"

„Auch wir als Lehrer müssen noch lernen“, sagt Strunk. Fast alle müssten sich in die Arbeit mit den neuen Tafeln reindenken, die neuen Funktionen und Möglichkeiten erst mal kennenlernen. „Wir haben alle eine Fortbildung dazu gemacht und es werden sicher noch weitere folgen.“ Doch Strunk ist sicher: „Der Einsatz der interaktiven Whiteboards wird weiter zunehmen.“ Denn bereits nach knapp einem Jahr stellten die Lehrer fest, dass die Arbeit mit ihnen die Kinder motiviere. 

„Gerne genutzt werden zum Beispiel die Lernspiele“, sagt Strunk. Die gebe es in diversen Ausführungen und für verschiedene Fächer sowie Themen. etwa zu Wortfamilien. „Die Kinder lernen spielerisch, das ist gut für Wiederholungen und bringt vor allem Abwechslung in den Unterricht.“ Ein Pluspunkt für die Lehrer: „Man muss nicht mehr alles anschreiben und spart Zeit“, die wiederum sinnvoll genutzt werden kann. 

Stift und Block bleiben wichtig 

Gedruckte Schriftstücke oder Bilder können ebenfalls auf die Tafel projiziert werden, denn die Whiteboards haben integrierte Kameras und einen eigenen Beamer – Folien sind nicht mehr notwendig. „Wir können Bilder, die die Kinder gemalt haben, oder andere Sachen allen zeigen. Unfertige Tafelbilder sind auch am nächsten Tag noch da und wir können an gleicher Stelle weiterarbeiten. Das ist wirklich gut.“ 

Dennoch: Vor allem bei den jungen Grundschülern sei es wichtig, dass sie nach wie vor mit Stift und Block arbeiten. Das richtige Maß müsse gefunden und insbesondere kontrolliert werden. „Trotzdem bin ich sicher, dass die digitalen Tafeln und die Kombination mit Tablets, die wir für einige Schüler auch schon haben, noch mehr Möglichkeiten für den Unterricht bieten, als wir sie jetzt nutzen“, betont Strunk.

Zum Hintergrund: Gute Schule 2020

Die Stadt als Schulträger und die Freien christlichen Schulen als weiterer Träger erhalten jeweils einen eigenen Anteil aus den Fördermitteln Gute Schule 2020. Die Freien christlichen Schulen konnten das Geld für den Kauf der interaktiven Whiteboards einsetzen,die Mittel der Stadt fließen, wie berichtet, in die Wefelshohler Schule, die zum Schuljahr 2019/2020 als Ganztagsgrundschule errichtet werden soll, um dem gestiegenen Bedarf an Grundschulplätzen nachzukommen. 

2019 könnten dennoch alle Schulen profitieren: „Um die Schulen in Deutschland flächendeckend in die Lage zu versetzen, digitale Bildung zu vermitteln, schlägt das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) einen DigitalPakt[...] mit den Ländern vor. Das BMBF bietet demnach an, über einen Zeitraum von fünf Jahren mit rund fünf Milliarden Euro die rund 40.000 Grundschulen, weiterführenden allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen in Deutschland mit digitaler Ausstattung wie Breitbandanbindung, W-LAN und Geräten zu versorgen“, heißt es auf der Internetseites des BMBF. 

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