Lüdenscheider Lüsterklemme

Dieser Mann kämpft um den Titel

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Kolja Fach eröffnete mit seinem Programm "Fach-Wörter" die Lüdenscheider Kleinkunsttage.

Lüdenscheid - Als würdiger Vertreter erwies sich am Donnerstagabend Thomas Biedebach, Technischer Leiter des Kulturhauses, als er für Kulturhausleiterin Rebecca Egeling die 41. Lüdenscheider Kleinkunsttage eröffnete.

Charmant und witzig begrüßte er knapp mehr als hundert Gäste und den Hauptsponsor Sparkasse, ließ via Sprachnachricht Genesungswünsche des Publikums an die erkrankte Kulturhausleiterin übermitteln. Damit lieferte Biedebach ein gelungenes Warm-up für den ersten Künstler des Abends, den 22-jährigen Kolja Fach, der, so Biedebach, vor vier Jahren bei „Wer wird Millionär“ bis zur 4000-Euro-Frage kam.

Den Schwerpunkt der Kleinkunsttage hat das Team des Kulturhauses in diesem Jahr auf Poetry Slam gelegt. Mit Kolja Fach, der schon als Teenager das erste Mal auf einer Bühne stand, eröffnete ein Slammer den Wettstreit um die Lüdenscheider Lüsterklemme, der schon auf einige Meistertitel zurückblicken kann. 

Selbst Lüdenscheid war kein unbekanntes Terrain für den jungen Mann, trat er doch schon bei „Kunst gegen bares“ und am Rande der NRW-Meisterschaften im Poetry Slam im Jahr des Stadtgeburtstages im Kulturhaus auf, „allerdings da oben im Saal“, erinnert er sich, bevor er von seiner fünfstündigen Fahrt aus Bremen nach Lüdenscheid erzählte.

Der Wortakrobat hatte sich für den Abend ein Sammelsurium an Texten ausgesucht, die er vorlas. Ein erster Höhepunkt: Seine Beobachtungen in der Herrenumkleide des Thermalbades und die Beschreibung jenes Herren, dem die verschämt unter dem Ganzkörperhandtuch ausgezogene Badehose zwischen Hüfte und Knöchel hängen blieb und ihn zwang, auf einem Bein quer durch die Kabine zu hüpfen – „Ich lass das Bild mal sacken“.

Großartig auch sein erster Gehversuch ins Fitnessstudio, in einer Sportbekleidung, „in der ich aussah wie das Ergebnis eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs zwischen einer Unke und einem adipösen Flamingo“.

Nach der Pause dann ein kurzer Ausflug in die Politik. Guido Reil bekam sein Fett weg, ebenso Philipp Amthor („der Benjamin Button der CDU“), ein bisschen Gesellschaftskritik, Zwischenbeifall für die Beschreibung einer Weinverkostung, und sehr schön auch, was Lehrer wirklich nach einem Elternabend über die Eltern denken. Einen roten Faden sucht man bei Kolja Fach vergebens.

Stattdessen gab’s jede Menge amüsanter „Fach-Wörter“, so der Titel des Programms. Ob’s am Ende für den Sieg reicht, wird sich zeigen. Eifrig machte sich das Publikum nach dem letzten Fach-Wort ans Ausfüllen der Jury-Zettel.

Am Freitagabend zeigt der Deutsch-Russe Nikita Miller sein Programm "Auf dem Weg ein Mann zu werden". Los geht's um 19.30 Uhr im Kulturhaus.

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