Skepsis gegenüber Sparideen für die Schulen

Das Dilemma: In kleineren Klassen lernen Kinder besser, doch die Gemeindeprüfer empfehlen der Stadt Schulschließungen.

LÜDENSCHEID - Skepsis bestimmte im jüngsten Schulausschuss die Debatte um die Empfehlungen der Gemeindeprüfungsanstalt GPA, die städtische Gebäude betreffen – und damit auch die Lüdenscheider Schulen.

Laut den Prüfern soll die Stadt auf der Basis einer für September zugesagten aktualisierten Planung der Schulentwicklung ein „strategisches Grundkonzept“ entwickeln. Die Aufgabe von Schul-Standorten könne den Haushalt nachhaltig entlasten, ohne dass wesentliche Nachteile für den Schulbetrieb entstehen. Bei der Auswahl müssten auch „gebäudewirtschaftliche Faktoren“ eine Rolle spielen – etwa Kosten, Lage, Zustand und Vermarktbarkeit eines Gebäudes.

Schuldezernent Dr. Schröder merkte dazu an, dass man „über das Rechnen die Menschen nicht vergessen sollte“. Weniger Räume bedeuteten letztlich größere Klassen, und Schüler lernten in kleineren Gruppen besser.

Die Veränderungen der Lüdenscheider Schullandschaft in den letzten Jahren fuße außerdem nicht etwa auf städtischen Planungen, sondern auf dem Wahlverhalten der Eltern. Wenn es jetzt wieder Schuleinzugsbezirke geben sollte, könne die Stadt auch hier wieder steuernd eingreifen.

Die GPA rät aus Kostengründen indes auch dazu, die „durchschnittlich betreute Fläche je Hausmeister“ zu erhöhen. Auch die Bildung eines Hausmeister-Pools komme in Betracht. Dabei soll die Zuständigkeit einer Kraft für bestimmte Objekte grundsätzlich bestehen bleiben sollte – das erhöhe die Identifikation. Und: Nach klarer Aufgabenkritik sollen sich die Hausmeister vor allem um Gebäude kümmern, am besten anhand von Checklisten. Hilfstätigkeiten für schulische Zwecke seien dagegen auf ein Minimum herunter zu fahren. So könne die Stadt auch die Zahl der Überstunden vermindern.

Rolf Breuker (SPD) sieht in diesem Vorschlag die Gefahr, dass ganze Schulen ohne eigenen Hausmeister dastehen. „Dabei ist ein präsenter Hausmeister auch ein erheblicher Sicherheitsfaktor.“

Bei der Reinigung soll die Stadt laut GPA „den Weg zur sozialverträglichen Umstellung auf Fremdreinigung konsequent fortsetzen“ – auch Abfindungen für eigene Kräfte könnten in bestimmten Altersgruppen lohnend sein. Die Reinigungs-Intervalle könnten gesenkt werden, wenn an die Stelle der standardmäßigen Grundreinigung eine „bedarfsorientierte“ tritt.

Hier fragte Dr. Schröder kritisch nach: „Was heißt bedarfsorientiert? Darunter versteht jeder etwas anderes. Am Ende könnte das auch der Türöffner für die tägliche Grundreinigung sein.“

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