Geplanter Skaterpark am Kulturhaus

Willi & Söhne stinksauer auf den Heimatverein

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Geht es nach dem Geschichts- und Heimatverein, wird es am Kulturhaus keinen Skaterpark geben.

Lüdenscheid - Droht eine der 70 Visionen für Lüdenscheid, nämlich der Skaterpark am Kulturhaus, am Widerstand des Geschichts- und Heimatvereins zu scheitern? Das befürchten Matthias Czech und Linus Wortmann vom Verein Onkel Willi & Söhne. Beide sind Paten der Vision. Und sie sind erkennbar sauer.

Laut einem Bericht der Lüdenscheider Nachrichten spricht sich der GHV ausdrücklich gegen die Errichtung einer von ihm so genannten „Skaterbahn“ im Kulturhausgarten aus. Czech und Wortmann betonen, bisher sei überhaupt noch keine Konzeptvorstellung erfolgt. Vermutlich habe sich der GHV auch noch nicht näher mit dem Thema beschäftigt, was mitunter schon die Wortwahl „Skaterbahn“ zeige.

Der Brief des GHV beweise ein Unverständnis über Zweck, Herkunft und Nutzen einer Belebung des Kulturhausgartens durch unter anderem einen kleinen Skatepark.

"Areal für alle Generationen"

Czech und Wortmann schreiben in einer Stellungnahme: „Ein unbelebter Asche-Sportplatz, menschenleere Wiesen, die als Hundetoilette dienen, triste Blechkunst, eine seit Jahren stillgelegte Gastronomiebrache und ein schneller Weg zu ein paar Gramm Rauschmitteln sind der Status quo im Kulturhausgarten. Das wollen viele Aktive, unter anderem unser Verein, ändern.“ Schließlich sei der Kulturhausgarten ein Raum für Kultur. Und Kultur funktioniere ohne Menschen nicht. Es solle daher ein Areal für alle Generationen entstehen, belebt sein, Treffpunkt werden, Schüler zum Lernen auf der Wiese animieren, Möbel für mehr Aufenthaltsqualität installiert werden, der Park für außerschulische Lernorte genutzt werden – aber an einem Skatepark halte man sich auf, sehe nur das Böse, wolle ihn partout nicht und rede von „Verschandelung“.

Lärm, so heißt es weiter, sei unter anderem ein Thema für den GHV: Dabei sei die Geräuschkulisse für einen belebten Park absolut vertretbar – die Sportgeräte, die zum „Skaten“ dienen, seien schon immer nicht motorisiert, sondern mit Gummirollen und -reifen versehen; die Anlagen häufig mit Flüsterasphalten gebaut. Ohne Flutlichtanlagen sei eine Nutzung in späten Abendstunden erst gar nicht möglich und auch nicht üblich.

"Vielleicht besser kein Restaurant"

Czech und Wortmann betonen, eine Wiederbelebung des Kulturhaus-Restaurants sei für einen Betreiber nur interessant, wenn Rahmenbedingungen wie ein verkomplizierender Denkmalschutz, eine hohe Investition in Brandschutz und eine nahezu tote Frequenz des Parks die Attraktivität des Restaurants nicht massiv behinderten. Vielleicht sei die Lösung ja kein Restaurant, schließlich hätten sich erfahrene Gastronomen der Stadt in den Jahren zuvor an dem Objekt probiert und seien gescheitert. Möglicherweise sei ein Konzept notwendig, welches Jugend, Familie und Kultur vereine – vormittags für Mütter mit ihren Kindern, mittags als Schüler-Café, am Nachmittag als Jugendzentrum, am Abend als kleine Veranstaltungsfläche für Workshops, Kulturangebote und Kleinkunst.

"Nicht lauter als ein laufender Wasserhahn"

Matthias Czech zur Sorge des GHV, eine Skateranlage höre man bis in den Theatersaal: „Wer aus dem GHV war denn schon mal auf einer vergleichbaren Anlage in Düsseldorf, Münster oder im Landschaftspark Hemer? Bis zu 71 Dezibel Lärm verursache laut Lärmschutzgutachten ein Skatepark. Dies sei vergleichbar mit dem Lärmausstoß eines laufenden Wasserhahns.

Angedacht sei bislang auch die Installation eines sogenannten „Pumptracks“, welcher generationenübergreifend auch von Senioren mit Fahrrädern in der sonst so fahrradunfreundlichen Bergstadt genutzt werden könne. In vielen anderen Städten funktioniere das mit Bravour.

"Skater halten ihre Anlagen sauber"

Zur Befürchtung des GHV, Müll und Graffiti könnten durch einen Skaterpark zum Problem werden, schreibt Onkel Willi & Söhne: „Müll und Graffiti sind ein generelles Problem, aber kein Problem der Skater. Diese halten ihre Anlagen sauber, weil ein mit Müll verdreckter Platz sich eben nicht zum Skaten eignet – jede kleine Glasscherbe birgt ein Risiko, so kann man auf anderen Anlagen stets Skater mit Besen in der Hand beobachten. Gute Graffiti, Streetart oder Kunst der Hochkultur können die Achse zwischen Kulturhaus und Museen bespielen und dem Park den entsprechenden Rahmen für einen echten Kulturgarten geben. Selbst die aktuell platzierten Kunstwerke im Kulturhausgarten könnten in die gesamte Gestaltung integriert und eben nicht aufgegeben werden.“

Ein Skatepark benötige zudem keine Toilettenanlagen, die gesamte Innenstadt benötige mehr öffentliche WCs. Da liege der Geschichts- und Heimatverein vollkommen richtig.

"Mangelnde Kenntnisse beim GHV"

Czech und Wortmann bemängeln, in der Stellungnahme des GHV fehle es an Gesprächsbereitschaft. Zudem sorgten mangelnde Kenntnisse der Materie beim GHV für unangebrachten Widerstand. Sie kündigen an: „Wir werden ein ganzheitliches und nachhaltiges Konzept vorstellen. An dessen Erstellung arbeiten wir als Verein mit weiteren Aktiven zurzeit. Wir müssen anscheinend dringend für Aufklärung sorgen.“ Sie streben ein Konzept an, bei dem auch lokale Investoren bereit seien, zu investieren, damit neben einem kleinen Skatepark ein Ort für alle entstehen könne.

Die Onkel-Willi-Sprecher schließen: „Der Kulturhausgarten ist und bleibt als Standort mehr als ideal – direkt an einer der meistbefahrenen Straßen der Stadt, nahe zum Zentrum, zwischen den Kultureinrichtungen, am Busbahnhof, platziert an den innerstädtischen Gymnasien. Übrigens: Straßenverkehrslärm erreicht bis zu 100 Dezibel und dringt ebenso nicht im Theatersaal ein.“

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