Probleme mit Verkehr: Schülerrat der Preußler-Schule erstellt Fragenkatalog

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Da er mit der Verkehrssituation vor seiner Schule nicht einverstanden ist, erstellte der Schülerrat der Otfried-Preußler-Schule einen Fragenkatalog, der zum Nachdenken anregen soll. Lehrerin Johanna Henrichs betreut den Rat.

Lüdenscheid - Zu viele Elterntaxis vor der Schule, Fahrer, die zu schnell unterwegs sind, und nicht einwandfrei funktionierende Hinweisschilder – die Verkehrssituation vor der Otfried-Preußler-Schule in Gevelndorf muss verbessert werden. Das fordert der Schülerrat, der dazu einen Fragenkatalog vorbereitet hat.

Der Schülerrat, der aus Vertretern jeder Klasse besteht, kommt regelmäßig zusammen, um zu besprechen, was gerade anliegt. „Jetzt lautete das Thema, wie es morgens vor der Schule zugeht“, berichtet Lehrerin Johanna Henrichs, die den Rat betreut. „Die Kinder erzählten im Rat, dass viele Eltern ihre Kinder am liebsten mit dem Auto bis in die Klasse fahren wollen würden.“ Scherzhaft habe die Gruppe dann darüber nachgedacht, dafür doch mal eine Rampe zu bauen. Aber den Kindern sei die gefährliche Situation durchaus bewusst, da die Straße nicht breit ist. „Es kam dann die erste Frage auf, warum es kein Halteverbot vor unserer Schule gibt“, sagt Henrichs. Es gäbe ja schließlich den Vorstoß des NRW-Verkehrsministeriums, grundsätzlich ein Halteverbot vor Schulhöfen einzurichten.

Eine weitere Frage, die die Schüler beschäftigte, war, warum viele Autofahrer in der Nähe der Schule sehr schnell fahren, obwohl sie eigentlich nur mit 30 Stundenkilometern unterwegs sein dürften? „Die Schüler erzählten, dass manche Fahrer richtig brettern würden und es für die Schüler beim Überqueren der Straße gefährlich wird“, sagt Henrichs.

Die beiden achtjährigen Schüler Adelia und Dominik, Mitglieder des Rates, bestätigen das. „Ich finde das nicht gut, dass die Autofahrer meistens zu schnell fahren“, sagt Adelia und Dominik ergänzt, dass er auch schon mal befürchtet hat, dass Kinder trotz Ampel überfahren werden. Was die Elterntaxis angeht, hatte Adelia im Rat vorgeschlagen, dass die Eltern ihre Kinder doch einfach etwas weiter entfernt von der Schule rauslassen könnten.

Doch die Schüler waren auch selbstkritisch: „Die Kinder sagten, dass diejenigen, die in der Nähe der Schule wohnen, doch zu Fuß kommen können. Und man sollte den Eltern sagen, dass sie einem das auch zutrauen könnten“, sagt Johanna Henrichs. Auch dass viele Kinder einfach so über die Straße gehen, bemängelte der Schülerrat. „So lange dauere es doch auch nicht, bis es Grün wird.“

Ein weiterer Kritikpunkt der Schüler ist, dass die Hinweisschilder – die der STL in den Sommerferien angebracht hat, damit sie die Autofahrer darauf aufmerksam machen, langsamer zu fahren – nicht den ganzen Tag im Einsatz sind. „Die Schilder sind an die Stromversorgung von den Laternen angeschlossen worden und funktionieren auch nur dann, wenn die Laternen leuchten“, sagt Henrichs. Das bringe während der Schulzeit natürlich nichts. Man habe zugesagt, dass das anders geregelt würde, aber seit den Sommerferien sei nichts passiert.

Der Schülerrat fasste seine Fragen im Anschluss zusammen. Der Fragenkatalog wird am heutigen Montag beim Elternsprechtag in der Schule ausgehängt, damit die Eltern auf die Probleme aufmerksam werden. „Und über die Zeitung möchten die Schüler auch die Nachbarn in Gevelndorf darüber informieren“, sagt Henrichs.

Bei der nächsten Sitzung des Schülerrates wollen die Kinder entscheiden, ob sie den Fragenkatalog auch an Bürgermeister Dieter Dzewas schicken.

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