Neuer Kinder- und Jugendförderplan

Von Bikepark bis Streetwork: Neue Chancen für die Jugendarbeit

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Für die Unterhaltung des Bikeparks hinter der Kinder- und Jugendfreizeitstätte Audrey’s soll es finanzielle Unterstützung geben.

Lüdenscheid - Es ist nicht allein eine Anpassung, sondern vielmehr der Schritt in eine neue Richtung:Mit dem neuen Kinder- und Jugendförderplan legt der Facharbeitskreis zahlreiche Vorschläge vor, die die Kinder- und Jugendarbeit wieder stärker in den Fokus rücken sollen:

Wie die Verantwortlichen im Jugendhilfeausschuss betonten, wurden bei allen Vorschlägen das Haushaltssicherungskonzept und die damit verbundenen finanziellen Einschränkungen nicht außer acht lässt, jedoch notwendige Weiter- und Neuentwicklung im Sinne der Kinder- und Jugendförderung aufgezeigt.

Denn: Die Einsparungen und Kürzungen haben Spuren hinterlassen, darüber waren sich alle einig. „Der lethargische Schleier des Sparens hatte sich über unsere Arbeit gelegt“, fasste es Fachbereichsleiter Matthias Reuver zusammen.

Und betonte: „Wir haben uns schon gequält, aber sehen die jetzigen Handlungsempfehlungen nun als Entwicklung und Chance.“ Und Ausschussvorsitzende Tanja Tschöke ergänzte: „Es ist ein sinnvoller Invest in die Zukunft.“

Die Empfehlungen mit finanziellen Auswirkungen im Einzelnen:

Leistungsvereinbarung mit freien Trägern

Die bis Ende 2019 befristeten Vereinbarungen mit den freien Trägern der Kinder- und Jugendarbeit sollen für fünf weitere Jahre verlängert werden.

„Das schafft Planungssicherheit“, erläuterte Fachdienstleiterin Doreen Zborowski. Gleichzeitig schlägt der Facharbeitskreis (FAK) eine Dynamisierung der Leistungsentgelte vor.

Finanzierung Bikepark

Die Unterhaltung und Sicherstellung des Bikeparks an der Kinder- und Jugendfreizeitstätte Audrey’s wird derzeit ausschließlich durch Spenden finanziert.

Hier möchte der FAK für mehr Kontinuität sorgen und schlägt eine geregelte Finanzierung der Anlage vor. Kostenpunkt: 5000 Euro pro Jahr.

Mobile Jugendarbeit

Seit April 2018 gibt es in Lüdenscheid wieder einen Streetworker. „Auch, wenn es noch kein ausgereiftes Konzept gibt, hat sich gezeigt, dass der Bedarf da ist und sich der Aufgabenbereich bewährt hat.“

Es habe sich gezeigt, dass es bei den Jugendlichen eine Tendenz zur Unverbindlichkeit gebe, sich niemand mehr durch eine Anmeldung binden möchte.

„Die Streetwork kann auf diesen Trend eingehen und individuell auf die Wünsche der Kinder und Jugendlichen reagieren“, erläuterte Zborowski.

Da man davon ausgehe, dass sich dieser Trend noch verstärken werde, schlägt der FAK vor, die Stelle (derzeit 30 Wochenstunden) auf Vollzeit auszuweiten und den Erprobungszeitraum bis Ende 2021 zu verlängern.

Kostenpunkt: 57 000 Euro pro Jahr.

Awo-Kindertreff Kluse

Mit dem Kindertreff Kluse gewährleistet die Awo ein offenes Freizeitangebot für Kinder von 6 bis 13 Jahren als Ergänzung zum offenen Ganztag der Grundschule Tinsberg.

Das Angebot werde gut angenommen, jedoch reiche das Kontingent von zehn Stunden nicht aus. Nach dem Ausfall der Stelleninhaberin sei es schwierig gewesen, die Stelle neu zu besetzen – nicht zuletzt aufgrund des unattraktiven Stundenkontingents.

Um das Angebot langfristig aufrecht zu erhalten und konzeptionell weiterzuentwickeln, schlägt der FAK eine Aufstockung der Stelle auf 19,5 Wochenstunden vor.

Kostenpunkt für den städtischen Zuschuss: 15 336 Euro.

Jugendmobil des DKSB

Das Jugendmobil des Deutschen Kinderschutzbundes ist aktuell das einzige mobile Angebot in Lüdenscheid und wird im Durchschnitt von 23 Kindern pro Tag aufgesucht.

Die lokale Bedarfslage und starke Inanspruchnahme machten den Einsatz von einer hauptamtlichen Fachkraft in Vollzeit erforderlich. Bislang mussten zur Abdeckung der Kosten Spenden akquiriert werden – ein Aufwand zulasten der pädagogischen Arbeit.

Deshalb schlägt der FAK eine Erhöhung des städtischen Zuschusses in Höhe von 21 997 Euro vor.

Spielmobil des DKSB

Das Spielmobil bietet offene Spielmöglichkeiten auf öffentlichen Spielplätzen und Schulhöfen an und ist damit Treffpunkt für Generationen.

Im Rahmen finanzieller Kürzungen mussten die Einsätze trotz guter Frequentierung markant reduziert werden. Die Eigenmittelfinzierung für einen bedarfsgerechten Einsatz an allen Standorten sei für den Träger nicht realisierbar.

Zudem teilten sich derzeit acht Aushilfskräfte die Einsätze. Zugunsten einer langfristigen Absicherung des Angebots ist laut FAK eine halbe Stelle und damit die Erhöhung des städtischen Zuschusses erforderlich. Kostenpunkt: 24 760 Euro.

Stadtjugendring

Der Stadtjugendring registriert eine steigende Nachfrage nach Schulungs- und Qualifizierungsangeboten aus Reihen der Mitgliedsverbände. Hinzu käme die jugendpolitische Arbeit.

Für mehr Handlungsfähigkeit sei laut FAK eine Aufstockung um eine halbe Stelle notwendig. Kostenpunkt: 24 900 Euro.

Qualifizierung

Da die Themen Inklusion, Medien/Digitalisierung, Gender und Beteiligung zunehmend an Bedeutung gewinnen, müssen pädagogische Fachkräfte regelmäßig geschult und sensibilisiert werden.

Dafür schlägt der FAK Mittel in Höhe von 4000 Euro vor.

Darüber hinaus gibt es weitere Vorschläge, die zunächst keine direkten finanziellen Auswirkungen haben: 

  • Fachstelle Integration
  • personelle Besetzung offene Kinder- und Jugendarbeit
  • konzeptionelle Entwicklung für ein Outdoorangebot im Kulturhausgarten in Anlehnung an die „Vision Kulturhausgarten der Visionäre“
  • Ausweitung lokale Ferienmaßnahmen
  • Digitalisierung.

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