Das sind die Leerstände in der Lüdenscheider Altstadt

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Den Weg ins Altstadtbüro finden bislang nicht viele Lüdenscheider: Das will das Team nun ändern und mehr auf sich aufmerksam machen.

Lüdenscheid – Rund 15 Ladenlokale stehen derzeit im oberen Stadtbereich inklusive der Wilhelmstraße leer. Das Altstadtbüro versucht, zwischen Eigentümern und Interessenten zu vermitteln – doch das ist in vielerlei Hinsicht schwierig.

Leere Schaufenster und braune Pappwände, die als Sichtschutz an den Glasfronten hängen – ungefähr 15 Leerstände gibt es derzeit im Stadtumbaugebiet, das sich von der Wilhelmstraße über die obere Altstadt bis zum Staberg erstreckt. 

Eine genaue aktuelle Zahl konnte Meike Majewski vom Fachdienst Stadtplanung und Geoinformation bislang aber nicht nennen, die nächste Erhebung stehe noch aus, erklärt sie. 

"Kommt nicht immer an Leute dran"

Das Angebot an Gastronomie und Handel in der Altstadt attraktiver zu machen und somit auch Lösungen für den Leerstand zu suchen, das ist auch Aufgabe des Altstadtbüros mit dem integrierten Handlungskonzept Altstadt (IHKA). 

Doch ganz einfach ist die Vermittlung anscheinend nicht: „Es ist schwer, das zu leisten, weil man nicht immer an die Leute rankommt“, sagen Meike Majewski sowie Dirk Häußer und Martin Vöcks vom Altstadtbüro. Mit „den Leuten“ meinen sie in erster Linie die Eigentümer der Immobilien sowie die teils zuständigen Makler. 

Den Leerstand nutzen

„Wir haben versucht, jeden zu kontaktieren, schaffen es aber nicht, weil wir nicht alle Daten haben. Und falls doch, erhalten wir nicht immer eine Antwort“, sagt Majewski. Außerdem fehlten natürlich noch die Mieter: Interessenten für die Nutzung zu erreichen, sei eine weitere Schwierigkeit, erklärt das Altstadtbüro-Team. 

Dafür hat es sich aber nun einen ersten Schritt überlegt: Über die Leerstandsbörse will es die Wiedervermietung oder Zwischennutzung unterstützen und macht nun im Leerstand selbst darauf aufmerksam. 

„Man muss die Leute darauf stupsen, wo es die Infos gibt“, erklären Majewski, Häußer und Vöcks. Den Weg ins Altstadtbüro an der Luisenstraße finden nämlich bislang nicht viele Lüdenscheider, sagen sie. 

Leerstände in der Lüdenscheider Altstadt

Nun hängen in einem leer stehenden Ladenlokal an der Freiherr-vom-Stein-Straße seit neuestem etwa Hinweise auf das Altstadtbüro und die Leerstandsbörse – mit öffentlichen Steckbriefen der zu vermietenden Objekte. „Einen kleinen Erfolg haben wir damit bereits verbucht“, sagt Vöcks. Seit einiger Zeit gingen immer mehr vor allem telefonische Anfragen von Interessenten ein, vorher habe es die nicht gegeben. 

Aktuell sieht der Stand so aus: Von den etwa 15 leer stehenden Ladenlokalen versucht das Altstadtbüro derzeit sechs zu vermitteln. Ihre Steckbriefe hängen öffentlich an der Freiherr-vom-Stein-Straße aus und sind auf der Internetseite des Altstadtbüros unter www.mensch-altstadt.de ersichtlich. 

Kunst, Fotografie oder Pop-up-Stores

„Wir erreichen hier mehr Laufkundschaft und nutzen den Leerstand“, sagt das Team. Einige weitere Kontakte zu Eigentümern und Maklern seien „in der Mache“, sodass man bald auf etwa zehn Ladenlokale kommen könnte. 

Sie wollen auf Leerstände aufmerksam machen und vermitteln: Meike Majewski vom Fachdienst Stadtplanung und Geoinformation, Dirk Häußer und Martin Vöcks vom Altstadtbüro an der Freiherr-vom-Stein-Straße 6-8.

Als Hauptziel strebt das Altstadtbüro die Vermietung der Ladenlokale an, doch eine Zwischennutzung sei ebenfalls denkbar. Genutzt werden könnten die Räume dann etwa für künstlerische Zwecke, zur Ausstellung von Fotografien oder Kunst, oder als Pop-up-Stores, also ein kurzfristiges Einzelhandelsgeschäft. 

Das letzte Wort haben allerdings die Eigentümer: „Gastronomie ist immer schwierig unterzubringen, schon wegen der Gerüche“, sagt Majewski. Doch nun gehe es vor allem darum, die Informationen zu streuen und Kontakte herzustellen.

Die Steckbriefe

Die Leerstandsbörse Steckbriefe von sechs Ladenlokalen hat das Altstadtbüro bislang öffentlich gemacht. Die Kurzinfos zu den Immobilien: 

  • Corneliusstraße 14; Verkaufsfläche: 310 Quadratmeter; Kaltmiete: 1100 Euro;
  • Freiherr-vom-Stein-Straße 6-8; Verkaufsfläche: ca. 40 Quadratmeter; Kaltmiete: 500 Euro;
  • Wilhelmstraße 13-15; Verkaufsfläche: 90 Quadratmeter; Kaltmiete: 5000 Euro;
  • Wilhelmstraße 24; Verkaufsfläche: 12,5 Quadratmeter; Kaltmiete: 725 Euro;
  • Wilhelmstraße 39; Verkaufsfläche: 156 Quadratmeter; Kaltmiete: auf Anfrage;
  • Wilhelmstraße 46; Verkaufsfläche: 126 Quadratmeter auf zwei Etagen; Kaltmiete: 590 Euro.

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