Silvesterschäden: Die Zeit läuft - Rasch die Versicherung informieren

LÜDENSCHEID - Die Silvesterparty ist oft diejenige mit den meisten Unfällen und Schäden. Ist etwas passiert, stellt sich die Frage, wie gut man versichert ist. Die meisten angerichteten Schäden bezahlen die Versicherungen.

Doch wenn das Missgeschick aus einer „gefährlichen oder gar vorsätzlichen Betätigung“ stammt, kann der Übeltäter zur Kasse gebeten werden.

„Je nach Größe und Umfang des Schadens ist es notwendig, Anzeige bei der Polizei zu erstatten“, empfiehlt Kurt Nörenberg, Vorsitzender des Bezirksverbandes Hagen/Arnsberg im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „und dem Versicherungskaufmann das Silvestermalheur innerhalb einer Woche zu melden, damit die Versicherung den Schaden schnell ersetzen kann.“ Denn aus eigenen Verträgen komme meist schneller und mehr Geld – nämlich der Wiederbeschaffungswert – als von der Haftpflichtversicherung eines Übeltäters. Diese brauche nur den Zeitwert einer ruinierten Sache zu zahlen.

Dass Silvesterschäden keine finanziellen Bagatellen sind, zeigen Zahlen der Versicherungen: Schätzungsweise kommen sie für Beschädigungen im Wert von 32 Millionen Euro verursacht durch Silvesterfeuerwerke auf. Sind Autos in Brand geraten, zahlt die Kaskoversicherung, es gibt dafür keine Rabattrückstufung. Für Schäden in der Wohnung ist die Hausratversicherung zuständig. Die für das Haus bestehende Feuerversicherung übernimmt die Reparaturen am Gebäude. Wer sich beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern verletzt, erhält die anfallenden Heilbehandlungskosten von der Krankenversicherung ersetzt. Für selbstverschuldete Silvesterunfälle, die zur Invalidität führen, kommt die private Unfallversicherung auf.

Anders als bei Sachschäden wird es bei Verletzungen und bleibenden körperlichen Schäden sehr teuer. Kranken-, Unfall- und Rentenversicherungen können dann versuchen, Behandlungskosten und Rentenzahlungen von den Verursachern zurückzuholen. Auch Feuerversicherungen wollen oft Zahlungen zurück haben, wenn ein Täter ermittelt wurde. Wird diesem sogar eine Schädigungsabsicht oder Umgang mit nicht silvesterüblichen Explosivstoffen nachgewiesen, darf seine Haftpflichtversicherung die Zahlung verweigern – und der Täter muss selber zahlen. Kurt Nörenberg betont: „Wer jedoch vorsichtig war und es umsichtig mit handelsüblichen Silvesterböllern krachen ließ, dem hält die Haftpflichtversicherung den Rücken von Ansprüchen anderer frei“.

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