SIHK-Heft stellt 105 Weltmarktführer in Südwestfalen vor

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SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. Hans-Peter Rapp-Frick (rechts) mit Küberit-Geschäftsführer Frank Sondermann.

LÜDENSCHEID - Firmen zwischen Arnsberg und Bad Berleburg, zwischen Lippstadt und Lüdenscheid können etwas, das weltweit gefragt und mitunter sogar einzigartig in Art und Ausführung ist.

James Bond schießt mit einer Waffenreplik von Umarex, und Formel-1-Teams sichern ihre Fahrer mit Schroth-Gurten. Usain Bolt trainiert und gewinnt auf Tartanbahnen von BSW. Die „Lipperose“ ist in Wahrheit eine Phalaenopsis-Züchtung aus dem weltweit größten Labor von Orchideen Hark. Und Küberit vom Römerweg legt selbst Aida-Kreuzfahrern oder Burj-Khalifa-Besuchern ein Stück Luxus zu Füßen – in Gestalt von Bodenbelag-Profilen aus Aluminium, Messing oder Edelstahl.

Deshalb sind 105 Firmen in Südwestfalen Weltmarktführer. Südwestfalen ist Deutschlands Industrieregion Nr. 3. Angesichts dieser Leistung muss sich hier niemand verstecken.

Im Kreis hat Lüdenscheid mit sechs Unternehmen die meisten „Hidden Champions“ aufzuweisen: Architekturbeleuchter Erco, Automobilzulieferer Kostal, Profil-Hersteller Küberit, Rollladentechnik Selve, Elektrotechnik Vossloh-Schwabe sowie Wema (Hochleistungs-Heiz-Kühlelemente). Mit diesem Pfund wollen die Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Hagen und Siegen nun wuchern. Dabei soll eine Broschüre über ihre „Hidden Champions“, die „Versteckten Meister“, helfen.

Passender Rahmen für die Vorstellung des Querschnitts durch die Welt der „Firmen mit Profil“ war Küberit am Römerweg, eine Firma, die 2013 das 150. Jahr ihres Bestehens feiert. Ge-schäftsführer und Mitgesell-schafter Frank Sondermann, seit 20 Jahren im Unternehmen, kennt Erfolgsfaktoren für Mittelständler, die sich weltweit behaupten: 105 Patente und Schutzrechte hält Küberit. Immer etwas schneller zu sein als die Konkurrenz, dieses Credo zeigt sich an 500 Katalog-Neuheiten im Jubiläumsjahr, darunter 17 neue Profilquerschnitte „für nahezu jede Problemlösung“.

Das Unternehmen ist stark und mit Bedacht gewachsen, fertigt nur in Deutschland, tummelt sich selbstbewusst auf dem chinesischen Markt. Und der Hersteller erringt Auszeichnungen vom Anwender: den Bodenverlegern. Doch Zutrauen in die Leistungsfähigkeit muss man sich erarbeiten – auf allen Seiten. Als Küberit 1996 von Altena zum Römerweg wollte, sei die Stadt skeptisch gewesen, ob „10 000 Quadratmeter nicht etwas viel für 24 Mitarbeiter“ seien, erinnert sich Frank Sondermann. Heute baut man am Zweitwerk in Drolshagen eine 1200 Quadratmeter große Lager- und Produktionshalle, weil die Fläche hier ausgereizt ist.

Hintergrund der Broschüre, für die SIHK-Projektleiter Thomas Frye (Arnsberg) Betriebe mit wissenschaftlicher Genauigkeit analysiert hat, ist die Erkenntnis, dass Bestleistungen allzu oft ein Schattendasein führten. „Die Region hat relativ wenig Strahl-kraft nach außerhalb“, sagte SIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. h.c. Hans-Peter Rapp-Frick dazu. In Zeiten des Wettbewerbs um Märkte, Nachwuchs und Fördergelder, der Suche nach Mitarbeitern und Führungskräften gelte es jedoch, Vorteile ins rechte Licht zu rücken. Also richtet man die Scheinwerfer auf Südwestfalens Mittelständler, ihre „Innovationskraft, Internationalität und Arbeitgeberattraktivität“. Zugleich will man sie für starkes Regionalmarketing gewinnen.

Unter dem Stempel „Alles Echt“ wirbt Thomas Frye um Mitglieder im Verein „Wirtschaft für Südwestfalen“. Anspruch auf Vollständigkeit erhebt die Kammer-Liste nicht – sie wird gerne erweitert.

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