Eine Komposition und ihr Standort

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Die „Komposition mit Keil“ an der Sauerfelder Straße.

Lüdenscheid - Wie so oft in Lüdenscheid begann die aktuelle Würdigung der „Komposition mit Keil“ mit einer öffentlichen Diskussion. Von dem Künstler Nikolaus Gerhart kaufte die Stadt Lüdenscheid 1978 ein Kunstwerk mit diesem Titel. Der spätere Rektor der Münchener Kunstakademie war in den Jahren 1978/79 erster Stipendiat für bildende Kunst der Märkischen Kulturkonferenz.

Die „Komposition mit Keil“ entstand 1978 und ist aus finnischem Granit. Der Quader, immerhin 115 mal 250 Zentimeter, wurde von dem Künstler so geteilt und wieder zusammengefügt, dass sich ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Formen ergab mit Blick auf Innen und Außen, Schwere und Leichtigkeit und Teil und Ganzes Gerhart gilt als einer der bedeutensten Bildhauer unserer Zeit. Seine Skulpturen stehen in vielen Städten Europas. In München hat er sich beispielsweise durch Stelen-Gruppen im Europäischen Patentamt, auf dem Jüdischen Friedhof und im ehemaligen Gelände der Bundesgartenschau einen Namen gemacht. Ziel seiner Arbeit ist, dem Stein durch Aushöhlungen die Schwere zu nehmen.

Nach einer langen öffentlichen Diskussion wurde der Stein an der Ecke Sauerfelder Straße / Hohfuhrstraße aufgestellt – zumindest so lange, bis er 2009 den Bauarbeitern an der Sauerfelder Straße im Weg stand. Aus einem rein praktischen Grund versetzen sie den rund sieben Tonnen schweren Granit ohne weitere Fragen – man wollte an dieser Stelle eine Treppe bauen. Der Bildhauer war sauer, das Ergebnis ist bekannt: Gerhart kam nach Lüdenscheid, um gemeinsam mit den Kulturverantwortlichen nach einem neuen Platz für sein Kunstwerk zu suchen. Heute steht die „Komposition“ unterhalb der Fußgänger-Trasse an der neuen Treppe. In Sichtweite der nordischen Göttin Frigga des Künstlers Bernhard Kleinhans übrigens – aber das ist eine andere Geschichte. - rudi

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