Sicherheitspersonal und Acrylglasscheiben in den Supermärkten

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Im Mix-Markt gibt es deutliche Hinweise

Lüdenscheid - Sicherheitspersonal an Supermarkt- und Drogerieeingängen, Markierungen für Sicherheitsabstände vor Kassen und Fleischtheken, Acrylglaswände zwischen Kunde und Kassierer. 

Über eine Woche ist es her, dass die Vorschriften, mit denen die Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden soll, verschärft wurden, und in den nun noch geöffneten Geschäften herrscht eine ungewöhnliche Stimmung, die auch immer mal eskaliert, wie ein Polizeieinsatz im Rewe-Markt am Breitenfeld am Samstagmittag zeigte.

Eine Einkaufstour in einigen Lüdenscheider Märkten am Samstagnachmittag indes zeichnete das Bild einer angespannten Ruhe. Für einen frühlingshaften Samstagnachmittag herrschte auffallend wenig Betrieb. Während bei den großen Discountern vielerorts Sicherheitspersonal die Anzahl der Kunden in den Märkten reguliert und darauf achtet, dass jeder nur noch mit Einkaufswagen den Laden betritt – um die Kunden zu zählen oder auch als Abstandshalter –, ist das bei Lukullus, dem kleinen Geschäft für polnische Spezialitäten im Olpendahl nicht nötig. In deutscher und polnischer Sprache weist ein Schild am Eingang darauf hin, dass maximal fünf Kunden gleichzeitig hinein dürfen. Aber auch Inhaber Cezary Dobrowolski hat Markierungen und Acrylglas vor der Kasse angebracht. Das Desinfektionsmittel ist griffbereit. Die Mitarbeiter tragen Handschuhe. Stress mit den Kunden gebe es selten, Die meisten halten sich an die Regeln, sagt der Chef.

Ismael Geguk vom Sagygi-Markt.

Beim Saygi Market an der Wehberger Straße kommt Inhaber Ismail Geguk mit Mundschutz und Handschuhen zum Gespräch. Man habe seit dieser Woche den verschärften Vorschriften Rechnung getragen. Probleme, wenn Kunden draußen warten müssten oder weil Ware nicht da ist, gebe es kaum.

Elena Potanin, Geschäftsführerin beim Mix Markt an der Schützenstraße, beobachtet die Kundenfrequenz via Videokamera. Bevor der Laden zu voll wird, schreitet sie ein. Viele Regale sind am Nachmittag schon leer geräumt. Nachschubprobleme gebe es allerdings nicht, auch nicht bei den osteuropäischen Spezialitäten.

In Aldimärkten sorgen Gemüsekisten dafür, dass die Kunden noch mehr Abstand zu den Kassierern halten müssen, wenn sie die gekaufte Ware in den Einkaufswagen legen.

Das bargeldlose Zahlen wird überall empfohlen. Aber ein mulmiges Gefühl bleibt nicht aus, wenn man die Geheimzahl an einer Tastatur eingibt, die zuvor hunderte andere benutzt haben. Deshalb ist auch der Zwang zum Einkaufswagen bei Kunden umstritten. Einige von ihnen tragen daher Handschuhe. Beim Edeka-Markt am Buckesfeld desinfizierte eine junge Frau den Griff des Einkaufswagens vor Benutzung. Nachdem sie ihn zurückgestellt hatte, wurden die Hände mit Desinfektionsmittel eingerieben. Eine andere Frau zog, sobald sie wieder im Auto saß, die benutzten Handschuhe aus und drehte sie auf links. Joanna Stelling, die beim Aldi in Schafsbrücke Besorgungen für vier Haushalte machte, räumte ein, dass sie sehr viel seltener einkaufe als in „normalen“ Zeiten – dafür viel, „am besten gleich für zwei Wochen.“

Die meisten Kunden sind dennoch ohne Handschuhe unterwegs. Eine Maske tragen noch weniger. Aber an die Abstandsregeln halten sich fast alle. Wer auf Parkplätzen ein kurzes Schwätzchen hält, bleibt auf deutlicher Distanz. Gemeinsam unterwegs sind meistens nicht mehr als zwei Personen, es sei denn eine Familie hat die Kinder dabei. Auch das Schlange stehen mit Abstand – vor der Ladentür oder an der Kasse – klappte zumindest am Nachmittag recht gut. Sogar in den Gängen wird darauf geachtet, sich nicht zu nahe zu kommen.

Der Umgang mit der Coronagefahr wird offensichtlich zunehmend zum Alltag. Und auch daran, dass gewisse Artikel eben nicht mehr immer verfügbar sind, obwohl Seife. Toilettenpapier, Öl, haltbare Milch und Mehl nur noch in kleinen Mengen ausgegeben werden, gewöhnen sich die Kunden.

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