Busse im Schnee: Sicherheit der Schüler geht vor

LÜDENSCHEID - Schon seit vier Jahren ist mit dem Winter für Kirsten Siepmann ein besonderes Ärgernis verbunden. Ihr Sohn Jan, der das Geschwister-Scholl-Gymnasium besucht und mit dem Bus nach Brüninghausen fahren muss, kommt nicht an der Zielhaltestelle an.

Auf der Kalve ist mitunter Schluss, weil der Busfahrer aufgrund der Straßenverhältnisse eine zu große Gefahr für eine Weiterfahrt sieht. Kein Einzelfall: Schülern in anderen Ortsteilen geht es ähnlich.

„Ich mache mir dann Sorgen, ob er auch gut nach Hause kommt“, sagt sie. Sie könne, da sie berufstätig ist, auch nicht immer Gewehr bei Fuß stehen und ihn abholen. Manchmal, wenn die Witterungsverhältnisse besonders extrem sind, wie zum Beispiel am Mittwoch, frage sie sich, ob sie ihren Sohn überhaupt zur Schule schicken könne. „Ist es nicht möglich, dass die MVG für solche Fälle kleinere Busse einsetzen kann, um die Kinder wohlbehalten bis zum Ziel zu bringen. In Wettringhof geht das“, habe sie beobachtet.

Jochen Sulies, Sprecher der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG), kann das nicht bestätigen: „Dann hat sie sicherlich einen Wagen gesehen, der im Schülerspezialverkehr eingesetzt wird. Bei witterungsbedingten Ausfällen können wir kein Notfallkonzept vorweisen. Wir können das einfach nicht leisten - weder fahrdiensttechnisch noch von unserer zur Verfügung stehenden Flotte, noch vom Fahrplan her. Das ist betrieblich nicht leistbar“, kann Sulies auch keine Lösung in Aussicht stellen.

Im Sinne der Fahrgast-Sicherheit entscheide der Busfahrer, ob die Weiterfahrt - in diesem Fall über die Leifringhauser Straße zur Platehofstraße - zu gefährlich sei und der Bus unter Umständen in einen Graben rutsche.

„Kann eine Streckenlinie nicht weiter befahren werden, werden die betroffenen Fahrgäste stützpunktnah herausgelassen und nicht dem ungeschützten Raum überlassen“, betonte Sulies. Ansonsten verweist er auf die ständige Aktualisierung der Fahrplanlage im Internet und Meldungen, die über Radio MK verbreitet werden. „Wenn etwas passiert, setzen wir auf den schnellen Kontakt zu unseren Kunden, auch über unser Service-Center.“

Grundsätzlich könne die MVG in solchen extremen Wetterlagen wie in den vergangenen Tagen nicht alle Restrisiken übernehmen.

Rubriklistenbild: © Messy

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