Orientalische Tänze mit Schleiern und Geschichten

Orientalische Tänze waren am Abend im Kulturhaus zu sehen.

LÜDENSCHEID - Im Grunde muss man zum Auftakt mit einem Vorurteil aufräumen: Bauchtanz ist was für Männer, allerdings nur auf der Zuschauerseite. Ein orientalischer Solotanz, den Frauen bauchfrei und in schillernden Kostümen vorführen – mit dem Ziel sexueller Animation.

Nun, am Abend im Bühnensaal des Kulturhauses waren die männlichen Gäste an einer Hand abzuzählen, als der Hemeraner Bauchtänzer Michael Haßenpflug alias Zohar mit seinen allerdings auch ausschließlich weiblichen Tänzerinnen seine erste professionelle Bühnenshow präsentierte: das „Bistro Oriental“.

Salzgebäck auf den Tischen, Sekt in den Gläsern der Damen, die Stimmung ließ wahrhaftig keine zwei Minuten auf sich warten. Die Erstausgabe des „Bistro Oriental“ war fast komplett ausgebucht. Das Showensemble Alima eröffnete den orientalischen Abend mit einem klassisch-modernen ägyptischen Schleier-Entree, bevor Zohar als einziger männlicher Bauchtänzer im weiten Umkreis mit seiner Partnerin Zaida zu einem Trommelsolo eine tänzerische Geschichte erzählte. Beide bewiesen, dass auch der anstrengende, professionelle Bauchtanz durchaus komische Elemente in sich bergen kann. Anmoderiert und mit Erläuterungen versehen bot das „Bistro Oriental“ im Anschluss mit Darbietungen von Miss Lily Qamar, Sahela und Monakira immer wieder neue Varianten, mal mit moderner Musik unterlegt, mal melancholisch, mal klassisch, mal einfach nur zauberhaft. Ebenso bar- wie leichtfüßig tanzten die Damen mit Schleiern, Tüchern und Zimbeln, während Zohar selbst seinem Steckenpferd nachging, dem Trommelsolo.

Als das „Bistro Oriental“ nach gut zwei Stunden seine Pforten schließen wollte, forderten die Gäste lautstark Zugaben. Die Akteure ließen sich nicht lange bitten, verlegten die Abschlusseinlage ins Publikum, vergaßen auch das Geburtstagsständchen für Tänzerin Monakira nicht und beendeten einen irgendwie völlig anderen Abend in der Garderobenhalle. - rudi

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