251 sexuelle Übergriffe gestanden

LÜDENSCHEID/HAGEN ▪ 251 sexuelle Übergriffe auf die Tochter einer Bekannten hat ein 47-jähriger Lüdenscheider gestern vor dem Hagener Landgericht eingeräumt. Richterin: „Was haben Sie sich eigentlich bei der ganzen Sache gedacht?” Antwort: „Das kann ich absolut nicht erklären. Ich weiß nur, dass es falsch war.”

Beim ersten Mal war das Mädchen gerade einmal zwölf Jahre alt gewesen. Mit gesenktem Kopf räumt der 47-Jährige ein, dass es mit Streicheleinheiten und Küssen seinen Anfang genommen hatte, und dann schnell mehr geworden sei. Nur durch Zufall war der Mann damals ins Visier der Ermittlungsbeamten geraten. „Bei Internetrecherchen haben wir festgestellt, dass von einer bestimmten IP-Adresse aus kinderpornografisches Material ausgetauscht worden war”, erklärt ein 53-jähriger Polizist.

Die Spur führte zur Ex-Frau des Angeklagten. Die hatte damit allerdings nichts zu tun, brachte die Ermittler aber zum Lüdenscheider. Bei einer Hausdurchsuchung waren insgesamt 7534 kinderpornografische Dateien sichergestellt worden, darunter auch Bilder des Opfers. Das Mädchen war zum Zeitpunkt der Durchsuchung sogar im Haus entdeckt worden, was letztlich auch das Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs und Besitz pornografischen Materials ins Rollen brachte.

Gestern erklärte der 47-Jährige, er habe sich um das Kind gekümmert und es versorgt, weil es dem Mädchen zu Hause wohl nicht so gut ging. Sie habe mehr Zeit bei ihm verbracht als bei der Mutter. Irgendwann habe er aber mit den sexuellen Übergriffen aufhören wollen. Angeklagter: „Nach dem 15. Geburtstag hatte ich vor, es ganz zu beenden. Ich habe gemerkt, dass ich da immer mehr rein gerate.” Richterin: „Aber Sie waren ja schon so tief reingeraten. Wie stand denn das Mädchen zu dieser Entscheidung?” Angeklagter: „Sie wäre gern weiter so oft zu mir gekommen.” Einverstanden sei sie mit den Übergriffen nicht gewesen, habe aber Angst gehabt, der Angeklagte könnte sie wegschicken und ihr nicht mehr in der Schule helfen.

Bereits 2010 hatte der Lüdenscheider wegen sexueller Handlungen mit dem Mädchen vor dem Amtsgericht Altena gestanden und eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten kassiert. Die Mutter des Opfers präsentierte sich unwissend: „Ich habe ihn als guten Freund gesehen. Meine Tochter schweigt. Bis heute weiß ich nicht, was passiert ist.” - jape

Am Freitag wird der Prozess fortgesetzt.

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